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Satire über Entwicklungshelfer : Danke für nichts!

Eine Szene aus „The Samaritans“. Bild: Xenium Productions

Sie möchten spenden? Für Afrika? Dann wäre das vielleicht etwas: Sehen Sie sich diese kenianische Fernsehsatire über Entwicklungshelfer an.

          Sie möchten spenden? Für Afrika? Die Welt ein kleines Stückchen besser machen? Dann wäre das vielleicht etwas: Für nur 5 Dollar kann man sich im Internet die ersten beiden Folgen der kenianischen Fernsehsatire „The Samaritans“ (Die Samariter) ansehen. Das Geld fließt an das Produktionsteam der Serie - und ist ein kleiner Beitrag dafür, dass es nicht bei diesen beiden Episoden bleibt, was auch sehr schade wäre.

          Johannes Pennekamp

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

          Denn so etwas haben die Weltverbesserer noch nicht gesehen: Die Samariter, das sind die Mitarbeiter einer Hilfsorganisation mit dem sinnstiftenden Namen „Aid to Aid“. Helfen um des Helfens willen, darum geht es, sonst um nichts.

          Der Chef der Gruppe, Scott, ein elitärer amerikanischer Hochschulabsolvent, stachelt seine Mitarbeiter an, möglichst viele unsinnige Projektberichte zu schreiben und mit Scrabblesteinen Akronyme für bedeutsam klingende Projekte zu erfinden (zum Beispiel: „F-E-E-D“ - Food Efficiency and Economic Development). Wie all die anderen Nichtregierungsorganisationen wollen die angeblichen Samariter möglichst viel Fördergeld einwerben. Aber wofür eigentlich? Ja, das weiß niemand so genau, ist auch egal.

          Die Gruppe „Aid for Aid“ ist frei erfunden, aber längst nicht alles, was da persifliert wird, ist aus der Luft gegriffen. Liam Acton, der den schmierigen Chef Scott verkörpert, hat nach eigenen Angaben selbst zuvor eine Nichtregierungsorganisation geleitet. „Es gibt ungefähr 20 reale Scotts, denen ich in meinem Leben begegnet bin“, sagte er dem amerikanischen Fernsehsender CNN. In Kenia gibt es genügend Anschauungsmaterial. Mehrere tausend NGO-Mitarbeiter gibt es allein in der Hauptstadt Nairobi.

          Der kenianische Erfinder der Serie, Hussein Kurji, sagt zwar, ihm gehe es in erster Linie um Unterhaltung, nicht darum, die Entwicklungshilfe pauschal zu kritisieren. Viele erledigten gute Arbeit. Doch nachdem schon zahlreiche Wissenschaftler den Nutzen vieler Entwicklungsprojekte angezweifelt haben, ist dieses Tabu jetzt auch in der Unterhaltungsindustrie gebrochen. Es wird wohl nicht die letzte Satire sein, die den Jargon der Weltverbesserer und naiven Idealismus durch den Kakao zieht.

          Ans Herz gelegt seien die Episoden jenen deutschen Abiturienten, die gerade über einen Sommer-Kurztripp in die Armut nachdenken. Spezialisierte Agenturen bieten jungen Lebenslaufoptimierern hierzulande wochenweise Sozialabenteuer (natürlich mit genügend Freizeit) in den ärmsten Regionen der Welt an. Die Jugendlichen zahlen gut dafür. Nur schade, wenn sie dann vor Ort feststellen müssen, dass sie ohne professionelle Ausbildung gar nicht wirklich gebraucht werden.

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