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Start-up-Szene : Die junge Garde der IT

Der Automann: Oliver Lünstedt Bild: Pilar, Daniel

Auf der Cebit sorgen nicht nur die großen Konzerne für Aufsehen, viel Furore macht auch die Start-up-Szene. Es geht um Talente und Ideen.

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          Jeder Stein, jedes Haus, jede Straße hat eine Geschichte. Johannes Brandrup will sie erzählen und auf das Handy bringen lassen. Übers Internet, per Fingerdruck und App; als Text oder als Video, lang und breit oder kurz und bündig. Mitmachen kann jeder, der will: als Schreiber oder als Leser, denn Brandrups digitale Plattform ist offen. Sein Unternehmen heißt Berliner Logentheater GmbH, die App „Map My Story“ - ein digitaler Wegweiser durch die Historie von Städten und Gemeinden. Geschichten als Service, Brandrup hat mit ein paar Partnern ein Geschäftsmodell daraus gemacht. Auf der Cebit in Hannover stellt er es vor.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Er steht in Halle 16, die große Bühne für kleine Betriebe. Hier zeigen sich Unternehmen wie Yavalu, Kiosked oder My Taxi. Alles in allem 50 junge Unternehmen aus der Welt der Bits und Bytes. Die junge Garde der IT. Es geht um Ideen und Geschäftsmodelle rund um Anwendersoftware für Handys. Ulrich Dietz, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter GFT Technologies AG, hat sie auf die größte IT-Messe der Welt nach Hannover geholt. Er hatte einen bundesweiten Wettbewerb ausgerufen, suchte und fand dafür Partner und nannte das Ganze „Code-n 12“, der Schlüssel zum Neuen - und der kommt an.

          „Hannover ist unsere Bühne“

          Während Konzerne wie SAP, Fujitsu, oder IBM auf fußballfeldgroßen Messeständen ihre Projekte gekonnt und routiniert präsentieren, sagt Julio Schuback, Sprecher des Autoherstellers Audi: „Die interessanteste Halle ist für mich die 16.“ Klein, aber fein. Hier gehe es um die Welt von morgen und übermorgen, um neue Konzepte fürs Carsharing, um Apps für Finanzdienstleistungen, um die Verwandlung von Texten in Bilder. Es geht um Talente und Ideen.

          Johannes Brantrup

          Matthias Lamberti meint: „Hannover ist unsere Bühne“. Mit Yavalu hatte der 28 Jahre alte gelernte Imker und studierte Banker vor einem Jahr eine digitale, über Internet auf Handy abrufbare Plattform programmiert. Auf der können sich Kunden unverbindlich in Finanzgeschäften beraten lassen, sie können vergleichen, hypothetische Anlagemodelle durchspielen, benutzen oder verwerfen. Das Münchner Jungunternehmen zählt heute vier Mitstreiter. Seit sich die französische Großbank BNP Paribas dafür interessierte, sind auch andere Finanzhäuser an ihm dran. Lamberti will wachsen.

          „Wenn du einmal bekannt bist, hilft das bei der Suche nach frischem Kapital“, sagt Oliver Lünstedt von Carzapp, einer im Frühjahr 2011 von einer Handvoll Studenten in Berlin entwickelten OnlinePlattform für Carsharing. Nun wollen sie expandieren. Wachstum haben auch Sven Külper und Niclaus Mewes im Blick. Vor zweieinhalb Jahren hatten sie die Idee, eine App für die Vermittlung von Taxis einzurichten. Sie schrieben eine Software, bauten eine Internetseite, rüsteten Netzwerkcomputer aus und gründeten die Firma My Taxi. Mit der Wagniskapitalgesellschaft T-Venture fanden sie einen ersten Geldgeber, später stieg der Autokonzern Daimler ein, heute zählen sie mehr als tausend Taxifahrer zu ihren Kunden, sind in drei Dutzend deutschen Städten vertreten und haben die Expansion in Europa vor Augen. Auf der Cebit erhielt MyTaxi am Donnerstag Abend den Code-n-Award als bester Innovator. Das gibt Selbstvertrauen. Fabian Mellin, der das My-Taxi-Geschäft in Norddeutschland leitet, sagt: „Ich habe keine Lust auf eine Festanstellung bei einem Großunternehmen.“ Damit ist er nicht allein.

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