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„Sitaras Fitness“ in New York : Wo George Soros ins Schwitzen kommt

Es war 1995, Sitaras hatte in den Jahren zuvor mit Bodybuilding begonnen und mit Erfolg an Wettbewerben teilgenommen. Er saß mit einem Freund aus seinem Fitnessstudio zum Mittagessen draußen am Tisch bei einem italienischen Lokal, als die beiden von einer Gang mit Baseballschlägern attackiert wurden - rückblickend meint Sitaras, sie seien gerade wegen ihrer Muskeln unter allen Gästen als Angriffsziel ausgewählt worden. Die Angreifer schlugen so hart zu, dass einer der Baseballschläger zerbrach. Sitaras’ Freund starb, er selbst rettete sich mit einem Sprung in den Verkehr und wurde von einem Auto überfahren. Das zerquetschte seine Beine und fesselte ihn für acht Monate an den Rollstuhl, aber er meint heute, nur dadurch sei er den Schlägen und einem sicheren Tod entkommen.

140 Mitglieder, zwei Millionen Dollar Umsatz

Sitaras machte nach der Attacke eine düstere Zeit durch, seine Familie hatte Angst, dass er sich selbst das Leben nimmt. Er kann mittlerweile über die damaligen Ereignisse sprechen, auch über die noch andauernden Nachwirkungen: Er kann bis heute nicht gut schlafen, die Narben an seinen Beinen sind noch immer zu sehen. Er kann zwar Sport machen, aber Treppen herabsteigen schmerzt, und beim Gehen stolpert er manchmal. Seine Bodybuilding-Karriere war nach dem Gang-Angriff vorbei. Er versuchte sich als Schauspieler und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, bis er anfing, in diversen Fitnessstudios als Trainer zu arbeiten. Nebenbei machte er ein Praktikum in einem Krankenhaus und lernte dort mehr über Muskelaufbau und Schmerztherapie. So entstand die Idee, mehr Physiotherapie in das Training zu integrieren.

Schon als Trainer in den anderen Studios gewann Sitaras erste Kunden aus der Finanzwelt, etwa Jim Robinson, den früheren Vorstandschef von American Express. Diese Klienten empfahlen Sitaras weiter an andere einflussreiche Bekannte, sie ermunterten ihn auch, sein eigenes Studio aufzumachen. Einige wie Robinson wurden zu Investoren und halfen, die knapp 2 Millionen Dollar für das Studio aufzutreiben, das schließlich Ende 2006 aufmachte. Den ohnehin schon sehr wohlhabenden Investoren geht es nicht darum, mit ihrem Engagement Geld zu verdienen, versichert Fred Adler, der rund 200.000 Dollar in das Studio gesteckt hat. „So eine Summe gibt meine Frau in einem Wimpernschlag beim Shoppen aus. Uns ist es wichtig, John zu helfen.“

Heute hat „Sitaras Fitness“ etwas mehr als 140 Mitglieder und macht rund zwei Millionen Dollar Umsatz im Jahr. Sitaras überlegt, wie er sein Geschäft ausweiten kann. Er hat Sorge, seine Trainingsmethode könnte „verwässert“ werden, deshalb zögert er, einfach weitere Studios zu eröffnen. Schon eher kann er sich vorstellen, seinen „Tracking Room“ zu lizenzieren, außerdem arbeitet er daran, sein Fitnesskonzept als Software-Applikation zu vertreiben. Große Lust hätte er, eine Fitnesssendung im Fernsehen zu machen. Aber er beteuert, er würde sich nicht für alles hergeben: „Eine Reality-Show kommt nicht in Frage.“

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