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Sheryl Sandberg : Frauen, seid nicht so demütig!

  • Aktualisiert am

Sheryl Sandberg ist Geschäftsführerin bei Facebook Bild: Gyarmaty, Jens

Geht es nach Forbes, ist sie mächtiger als Michelle Obama und steht auf einer Stufe mit Kanzlerin Merkel und IWF-Chefin Lagarde. Sheryl Sandberg verdiente mit Facebook Milliarden. Im Interview spricht sie über Karriere und Kinder, den richtigen Mann und ihr Vorbild Angela Merkel.

          10 Min.

          Sheryl Sandberg ist ein Weltstar. Als rechte Hand von Mark Zuckerberg lenkt sie die Geschäfte von Facebook: Mehr als eine Milliarde Menschen sind darüber vernetzt. Mit dem Gang an die Börse wurde Sandberg zur Milliardärin, Vorbild für viele junge Frauen war sie bereits zuvor. Lange schon wollte ich sie treffen, spätestens seit sie vor zwei Jahren in Davos von der Wirtschaftselite mit Standing Ovations gefeiert wurde für ihren Vortrag über Frauen und Karriere. Jetzt hat die 43 Jahre alte Managerin mit diesen Ideen ein Buch veröffentlicht, „eine Art feministisches Manifest“, wie sie sagt. Eine halbe Stunde gewährt sie mir. Sie kommt direkt von einem Treffen mit Angela Merkel. Draußen warten etliche weitere Journalisten. Es muss fix gehen.

          Sheryl Sandberg, warum haben Sie, die Mrs. Facebook, ein Buch über Frauen und Karriere geschrieben?

          Meine kleine Tochter hat mich mal gefragt, warum eigentlich alle amerikanischen Präsidenten Jungs waren. „Komisch, nicht wahr“, habe ich ihr geantwortet. „Ich hoffe, das ist nicht mehr so, wenn du groß bist.“ Und da wusste ich: Es ist Zeit, dass jemand über das Thema schreibt.

          Aber warum Sie? Lastet die Arbeit bei Facebook Sie nicht aus?

          Oh doch. Aber ich möchte, dass mehr Frauen im Beruf bleiben, dass es mehr Frauen ganz nach oben schaffen. Ich bin überzeugt davon, dass die Welt besser wäre, wenn Männer mehr Verantwortung daheim übernehmen würden und Frauen mehr in der Wirtschaft und der Politik. Wenn ein Land zur Hälfte von Männern und Frauen regiert würde, wäre das besser für das Land und seine Bewohner, da bin ich mir sicher. Das Gleiche gilt in Unternehmen.

          Mit dem Börsengang von Facebook verdiente sie Milliarden

          Ihr Buch heißt „Lean in“, salopp übersetzt bedeutet das: Hängt euch rein, Mädels! Was meinen Sie damit?

          Im Englischen haben wir ein Wort für kleine Mädchen, die sich nicht zurückhalten, die vorlaut sind, nicht der Rolle entsprechen, die die Gesellschaft für sie vorsieht: Bossy nennt man sie. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich wurde immer bossy genannt. Auf meiner eigenen Hochzeit haben meine Geschwister eine Geschichte zum Besten gegeben, wie ich war als Kind.

          Die Geschichte, die jetzt kommt, hat Sandberg schon häufig erzählt, ich kenne sie. Sie erzählt in Davos, an Universitäten, auf IT-Konferenzen. Es ist eine Anekdote, die ihr stets viele Lacher einbringt.

          In ihrer Rede haben mein Bruder und meine Schwester erzählt, dass sie nicht nur meine Geschwister seien, sondern auch meine ersten beiden Mitarbeiter. Als sie ein und drei Jahre alt waren, hätten sie sich noch als ziemlich untauglich erwiesen, doch drei Jahre später hätte ich sie so weit gedrillt, dass sie mir überall hin folgten und immer „bravo“ riefen, wenn ich es hören wollte. Sie erzählten auch, dass ich nie selbst gespielt habe, sondern mir nur Spiele für andere Kinder ausgedacht habe, die ich dann anleiten und kommentieren konnte. Unsere Hochzeitsgäste haben sehr gelacht, nur ich habe mich unwohl gefühlt.

          Sandbergs Buch und ihre Reden sind gespickt mit Anekdoten: Wie sie während einer Telefonkonferenz für ihr Baby Milch abpumpt und sich ein Kollege über das Geräusch wundert, wie unförmig sie während der Schwangerschaft war, dass sie kaum den Weg vom Parkplatz bis zum Büro schaffte und Kollegen ein Projekt nach ihr „Wal“ benannten.

          Ist die Geschichte wirklich wahr?

          Ja, peinlich war das.

          Wenn Ihnen das peinlich ist, warum erzählen Sie es dann?

          Mir ist es sehr ernst mit dem Frauenthema. Ich will, dass wir darüber reden, wir alle, Männer und Frauen, und die Stereotpyen, die wir fest in unseren Köpfen verankert haben, endlich vergessen. Aber die Menschen horchen nur dann auf, wenn man sie persönlich zu packen bekommt. Das versuche ich. Frauen merken dann plötzlich: Hey, Sheryl Sandberg hat genau die gleichen Probleme, die ich habe.

          Sie erzählt auch gerne Privates in der Öffentlichkeit

          Und die Männer?

          Die lernen Frauen besser verstehen, die merken plötzlich: Ach, so ist das. Vielleicht sollten wir, wie Google es damals in meinem Fall getan hat, auch Parkplätze für Schwangere einrichten. Ich sage immer: Das Buch muss nicht jede Frau lesen, aber wenn es eine liest, sollte sie es auch ihrem Mann geben, damit sie keine Eheprobleme bekommen.

          Nun lesen wir bei Ihnen, dass Paare, wo der Mann die Wäsche macht, besseren Sex haben. Wir erfahren, dass Sie im Büro gelegentlich weinen, dass Sie Ihren ersten Deal bei Google fast vermasselt hätten, hätte ein Kollege ihn nicht gerettet. Für eine Top-Managerin sind das ungewöhnlich offenherzige Aussagen.

          Zuerst hatte ich nichts von diesen persönlichen Geschichten in dem Buch stehen. Ich fand es auch gut so, aber dann hat mein Mann es gelesen und gemeint: Oh je, das ist harte Kost, liest sich wie trocken Brot. Und der Verlag hat den Kopf geschüttelt: Nein, so geht das nicht. Es war eine trockene feministische Abhandlung, und ich habe eingesehen: So Zeug will niemand lesen.

          Das Problem hat Sandberg nun nicht mehr: „Lean in“ ist in Amerika im März erschienen und hat es gleich auf Platz eins der Bestsellerlisten geschafft. Es erscheint in 24 Sprachen, ist in Indien ebenfalls auf Platz eins. Natürlich gab es auch Kritik, aber wenig. Insgesamt lieben die Frauen Sandberg, ja, sie umarmen sie häufig spontan nach ihren Auftritten, feiern sie als die neue Stimme des Feminismus, die es schafft, Jung und Alt zu begeistern, zu bestärken. Auch die Männer applaudieren.

          Viele Freunde und Geschäftspartner haben Sie gewarnt, sich in der Gender-Debatte zu sehr zu exponieren. Hatten die recht?

          Nein. Ich bin so froh, dass ich das Buch geschrieben habe, dass wir alle jetzt darüber diskutieren. Natürlich gab es in Amerika auch Kritik an mir, die gibt es immer, dessen war ich mir vorher bewusst.

          Kam die Kritik von Männern oder Frauen?

          Von Frauen natürlich, nicht von den jungen, sondern den älteren. Allerdings gingen die meisten harsch mit mir ins Gericht, bevor das Buch veröffentlicht war, für Dinge, die ich gar nicht gesagt oder geschrieben habe. Seit das Buch auf dem Markt ist, hat sich die Aufregung gelegt.

          Sie kritisieren die Frauen, dass sie sich nicht eifrig genug reinhängen.

          Ich kritisiere niemanden! Mir ist sehr wohl bewusst, dass die äußeren Umstände in der Wirtschaft Frauen daran hindern, aufzusteigen. Das muss sich ändern, wir brauchen bessere, flexiblere Arbeitsbedingungen, in Amerika haben wir nicht mal ein Mutterschaftsgeld. Aber es gibt auch Gründe, die in uns Frauen liegen, die uns abhalten, bis nach oben zu kommen. Darauf möchte ich den Blick lenken.

          Warum sollten überhaupt mehr Frauen Chef sein wollen?

          Ich sage nicht, an keiner Stelle, dass alle Frauen es bis an die Spitze schaffen sollen. Es ist gut, dass es Mütter gibt, die sich voll und ganz um die Kinder kümmern. Wir brauchen auch die Frauen, die sich ehrenamtlich an Schulen oder in anderen wichtigen Bereichen engagieren. Das Buch richtet sich an die Frauen, die es im Beruf nach oben schaffen wollen, sich aber ausbremsen lassen oder selbst ausbremsen. Die all die Fehler machen, die ich selbst gemacht habe: Sie setzen sich in die zweite Reihe statt an den Verhandlungstisch, sie stecken in der Karriere zurück, schon lange bevor Kinder eine Rolle in ihrem Leben spielen. Sie überlassen den männlichen Kollegen die tollen Projekte und Jobs, weil sie denken, Männer könnten das alles besser. Sie zweifeln an sich und befürchten, dass sie das nicht alles schaffen, Beruf und Familie.

          Sie sagen, man könne beides haben und dabei glücklich sein. Können Frauen alles haben?

          Niemand kann alles haben. Jeder muss Kompromisse eingehen, jeder zahlt einen Preis. Ich habe ihn jetzt erst wieder gezahlt, als ich nach Deutschland aufgebrochen bin und die Kinder gebettelt haben: Muss das sein, Mami, kannst du nicht dableiben, bitte, bitte?

          Den verpatzten Börsengang von Facebook bezeichnet sie als Lernerfahrung.

          Nein, das kann sie nicht. Sandbergs Kinder, die jetzt fünf und acht Jahre alt sind, müssen lernen, dass sie ihre Mutter teilen müssen. Mit der ganzen Welt, die sie umwirbt. Sogar bei den Obamas im Weißen Haus ist sie ein gerngesehener Gast. Zum einen, weil sie beruflich erfolgreich ist, klar, einen imposanten Lebenslauf vorzuweisen hat. Immer war sie die Beste, in der Schule und später im Wirtschaftsstudium. Sie war bei der Weltbank, bei McKinsey (“das war nie ganz meine Welt“), wurde Larry Summers’ Stabsleiterin im Finanzministerium, da war sie keine 30 Jahre alt. Dann ging sie nach Kalifornien zu Google, als die Firma noch klein und unbekannt war, sieben Jahre später überzeugte der damals 23-jährige Mark Zuckerberg sie, bei ihm anzuheuern. Das alles hebt sie freilich noch nicht hervor. Amerika kennt noch andere Erfolgsfrauen im Management: Meg Whitman (Ebay und Hewlett-Packard), Pepsi-Chefin Indra Nooyi, Sandbergs Freundin Marissa Mayer (Yahoo). Sie selbst ist bei Facebook „nur“ die Nummer zwei, „Chief Operating Officer“. Zuckerberg ist Gründer, CEO und ihr Boss, wie Sandberg gerne betont. Überall sonst will die Welt den Chef treffen, und sei er noch so schrullig oder langweilig, nie aber die Nummer zwei. Nur bei Sandberg ist das anders - und das verdankt sie dem Frauenthema, kein Zweifel. Sie darf die Männer auffordern, sich zu ändern, weil sie es als Mittelschichtmädchen an die Spitze geschafft hat, weil sie als Milliardärin ernst genommen wird. Wäre sie eine zickige, verbohrte, frustrierte linke Feministin, fiele es den Männern leicht, sie zu belächeln, sie zu ignorieren. Aber so ist Sandberg nicht.

          Die Börsengänge von Google und Facebook haben Sie zu einer der reichsten Frauen der Welt gemacht. Und Sie sind eine der ganz wenigen, die ihr Vermögen nicht ererbt, sondern selbst erarbeitet hat. Macht Sie das stolz?

          So habe ich das nie gesehen. Ich habe auch als Kind nie gedacht, dass ich reich werden wollte. Geld ist mir eher unangenehm. Weil es ein Zeichen für Erfolg und für Macht ist. Macht und Erfolg sind Frauen immer unangenehm, auch wenn das so nicht sein sollte. Darum geht es ja in meinem Buch.

          Forbes zählt Sie zu den fünf einflussreichsten Frauen der Welt - zusammen mit Angela Merkel und IWF-Chefin Christine Lagarde. Noch vor Michelle Obama. Ist Ihnen das auch unangenehm?

          Sehr. Als das Ranking herauskam, hab ich ständig versucht, das Ganze ins Lächerliche zu ziehen, bis meine Assistentin zu mir meinte: Sheryl, du gehst mit der Sache viel zu uncool um, das geht so nicht. Sag doch einfach „danke“, wenn dich jemand darauf anspricht, und gut ist es. Sie hatte recht.

          Es fehle an weiblichen Vorbildern, heißt es in der Debatte über Frauen und Karriere ständig. Junge Frauen brauchten „role models“, denen sie nacheifern könnten. Die sind Mangelware in Deutschland: Wo sind hierzulande die jungen, schillernden Konzernchefinnen mit Kindern? Da kommt Sandberg wie gerufen. Wie sieht sie die Lage in Deutschland?

          Sie haben Familienministerin Schröder kritisiert wegen ihrer abfälligen Äußerung über Ihre Freundin Marissa Mayer, als diese direkt nach Geburt wieder als Yahoo-Chefin anfing zu arbeiten.

          Das fand ich nicht sonderlich hilfreich in der Debatte.

          Sie haben Deutschland als Entwicklungsland in Sachen Frauenförderung bezeichnet.

          Ja, in mancher Hinsicht ist das so. Ich sehe keine einzige weibliche CEO in einem der Dax-Konzerne. Das kann doch nicht sein, oder? Das muss sich ändern. Andererseits haben Sie eine Kanzlerin! Respekt.

          Sie kommen gerade von einem Termin mit Angela Merkel.

          Ja, ich wollte unbedingt ein Foto von ihr und mir auf Facebook posten. Sie ist eine tolle Frau. Ich bin ihr unglaublich dankbar. Genau wie Margaret Thatcher hat sie mein Leben verändert.

          Inwiefern?

          Ich weiß noch genau, wie Frau Merkel zur Kanzlerin gewählt wurde. Wir in Amerika waren sprachlos und dachten: Das ginge hier nicht! Erst kam Thatcher in Großbritannien, und dann war Deutschland so weit. Irgendwann passiert es also hoffentlich auch bei uns.

          Man munkelt, sie selbst könnten Ambitionen haben, Amerikas erste Präsidentin zu werden.

          Nein, das soll Hillary Clinton machen. Ich kenne keine, die für das Amt geeigneter wäre.

          Merkel und Thatcher wurde vorgeworfen, sich zu wenig für Frauen eingesetzt zu haben.

          Beide waren ganz wichtig für uns Frauen, beide haben einen harten, einsamen Kampf geführt. Ich verdanke ihnen so viel wie einer Alice Schwarzer und ihrer ganzen Generation von Feministinnen. Ohne sie wäre ich heute nicht da, wo ich bin.

          Sandberg wollte unbedingt ein Foto mit Kanzlerin Merkel für ihre Facebook-Seite

          Angela Merkel hat gerade gegen die Einführung einer Quote gestimmt. Haben Sie mit ihr das Thema diskutiert?

          Wir haben über Frauen, Quote und Facebook gesprochen, aber ich gebe Regierungen keine Ratschläge. Wer bin ich denn! Ich glaube allerdings, mit der Quote ist es nicht getan. Das sieht man an den skandinavischen Ländern. Die haben längst die Quote für Aufsichtsräte, seitdem gibt es zahlreiche Aufsichtsrätinnen, aber keine Managerinnen. Da verändert sich nichts, und es wird sich auch nichts ändern, solange wir uns nicht ändern.

          Sie sind die erste Topmanagerin, die so laut ihre Stimme für die Frauen erhebt.

          Früher konnten sie es nicht tun, weil es keine Topmanagerinnen gab. Wir sind eine neue Generation.

          Sie sagen, dass erfolgreiche Frauen sich unbeliebt machten, Männer dagegen mache Erfolg erst richtig sexy.

          Bei Frauen gibt es eine negative Korrelation zwischen Erfolg und Beliebtheit, bei Männern eine positive, das bestätigen Studien.

          Dann sind Sie die Ausnahme?

          Nein, ich habe das selbst oft zu spüren bekommen.

          Haben Frauen es schwerer?

          Ja, definitiv. Auch, weil sie es sich selbst schwermachen. Frauen drucksen immer herum, denken, sie verdankten ihren Erfolg allen möglichen Faktoren: ihrer harten Arbeit, der Hilfe anderer oder sie hatten großes Glück. Männer sagen einfach: Ich bin erfolgreich, weil ich toll bin. Sie stellen sich nie in Frage. Das beste Beispiel dafür ist mein Bruder mit seinem unerschütterlichen Selbstbewusstsein. Dafür habe ich ihn immer bewundert.

          Laut Sandberg können die kritischen Deutschen sicher sein, dass ihre Nutzerdaten bei Facebook in guten Händen sind.

          Nun aber ist Sheryl Sandberg die Milliardärin, nicht der Bruder. Ist das ein Widerspruch? Widerlegt ihr eigener Werdegang nicht ihre Thesen? Sandbergs Eltern, das betont sie stets, haben den Sohn und ihre beiden Töchter gleich erzogen nach dem Motto: Euch steht alles offen. Wer Sandberg übelwill, der suggeriert, sie verdanke ihren Erfolg nur ihren einflussreichen Mentoren wie Larry Summers, der sie am College entdeckte und sie als Stabsleiterin nach Washington holte, als er im Kabinett der Clinton-Regierung war. Aber ist ihr das wirklich vorzuwerfen? Auch erfolgreiche Männer hatten oft irgendwann einen einflussreichen Förderer. Der zweite Vorwurf gegen Sandberg lautet: Sie habe kein Recht als verwöhnte, privilegierte Milliardärin für all die anderen Frauen zu sprechen, die sich nicht ein Heer an Bediensteten leisten können, vom Chauffeur bis zum Kindermädchen. Fragen dazu lässt Sandberg unbeantwortet mit dem Hinweis, das würde man nur Frauen fragen, nie männliche Topmanager. Diese Kompromisslosigkeit und Strenge schätzen besonders jüngere Frauen an ihr. Auch gefällt ihnen, dass Sandberg sagt, die wichtigste Entscheidung einer Frau sei die, welchen Mann sie heiratet.

          Welcher Mann aber ist der richtige?

          Mein Rat an die Frauen ist: Geht mit den bösen Jungs aus, den coolen Jungs, den verrückten Jungs. Nur heiratet die nicht.

          Zum Ehegatten taugt ihrer Ansicht nach, wer voll hinter der Frau steht, wer seinen Teil an Haus- und Kinderarbeit übernimmt. Sandberg selbst hat, in zweiter Ehe, Glück gehabt: Sie ist seit 2004 mit David Goldberg, einem sehr erfolgreichen Entrepreneur, Risikokapitalgeber und IT-Manager, verheiratet. Dieser hat seinen Posten bei Yahoo aufgegeben, um mit Sandberg nach San Francisco zu ziehen. Dort leitet er heute die Internetfirma SurveyMonkey. Die beiden teilen sich die Hausarbeit - 50 zu 50 angeblich.

          Wer spült ab bei den Sandbergs? Wer macht die Wäsche?

          Sandberg geht auf die Frage nicht näher ein; mit der bekannten Begründung:

          Wenn Sie Männer auch fragen, ob sie zu Hause abspülen und den Tisch decken, dann sage ich Ihnen auch, ob ich das tue. Vorher nicht!

          Wer erledigt momentan eigentlich Ihre Arbeit bei Facebook?

          Das mache ich.

          Wie das?

          Ich habe 12 Tage Urlaub genommen, um an dem Buch zu arbeiten. Ich habe das Buch ja nicht selbst geschrieben. Das meiste von dem, was in dem Buch steht, habe ich so oder ähnlich schon mal in einer Rede erzählt, das musste aufgearbeitet werden. Außerdem habe ich jemanden engagiert, der die Zahlen recherchiert, die ganzen Studien durchgearbeitet hat.

          Hat Mark Zuckerberg „Lean in“ gelesen?

          Ja, über Thanksgiving. Er war begeistert. Und das, obwohl er meinte: Sheryl, eigentlich steht da kein Satz drin, den ich von dir nicht schon tausendmal gehört habe.

          Dann ist die halbe Stunde um. Und Sandberg rauscht weg, auf zum nächsten Interview und zum übernächsten. Vorher nimmt sie sich allerdings noch eine Minute Zeit, um ein Buch zu signieren. Und das Bild mit Merkel und ihr, das ihre Assistentin bereits auf Facebook gepostet hat, hätte sie uns auch gerne noch auf ihrem Smartphone gezeigt - leider bekommt sie das auf die Schnelle nicht hin. Na, egal, Mrs. Facebook ist kein Techi, sondern Managerin, und sie muss weg.

          „Frauen, geht mit den bösen Jungs aus, den coolen Jungs, den verrückten Jungs. Nur heiratet sie nicht.“

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