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Sheryl Sandberg : Frauen, seid nicht so demütig!

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Mir ist es sehr ernst mit dem Frauenthema. Ich will, dass wir darüber reden, wir alle, Männer und Frauen, und die Stereotpyen, die wir fest in unseren Köpfen verankert haben, endlich vergessen. Aber die Menschen horchen nur dann auf, wenn man sie persönlich zu packen bekommt. Das versuche ich. Frauen merken dann plötzlich: Hey, Sheryl Sandberg hat genau die gleichen Probleme, die ich habe.

Sie erzählt auch gerne Privates in der Öffentlichkeit

Und die Männer?

Die lernen Frauen besser verstehen, die merken plötzlich: Ach, so ist das. Vielleicht sollten wir, wie Google es damals in meinem Fall getan hat, auch Parkplätze für Schwangere einrichten. Ich sage immer: Das Buch muss nicht jede Frau lesen, aber wenn es eine liest, sollte sie es auch ihrem Mann geben, damit sie keine Eheprobleme bekommen.

Nun lesen wir bei Ihnen, dass Paare, wo der Mann die Wäsche macht, besseren Sex haben. Wir erfahren, dass Sie im Büro gelegentlich weinen, dass Sie Ihren ersten Deal bei Google fast vermasselt hätten, hätte ein Kollege ihn nicht gerettet. Für eine Top-Managerin sind das ungewöhnlich offenherzige Aussagen.

Zuerst hatte ich nichts von diesen persönlichen Geschichten in dem Buch stehen. Ich fand es auch gut so, aber dann hat mein Mann es gelesen und gemeint: Oh je, das ist harte Kost, liest sich wie trocken Brot. Und der Verlag hat den Kopf geschüttelt: Nein, so geht das nicht. Es war eine trockene feministische Abhandlung, und ich habe eingesehen: So Zeug will niemand lesen.

Das Problem hat Sandberg nun nicht mehr: „Lean in“ ist in Amerika im März erschienen und hat es gleich auf Platz eins der Bestsellerlisten geschafft. Es erscheint in 24 Sprachen, ist in Indien ebenfalls auf Platz eins. Natürlich gab es auch Kritik, aber wenig. Insgesamt lieben die Frauen Sandberg, ja, sie umarmen sie häufig spontan nach ihren Auftritten, feiern sie als die neue Stimme des Feminismus, die es schafft, Jung und Alt zu begeistern, zu bestärken. Auch die Männer applaudieren.

Viele Freunde und Geschäftspartner haben Sie gewarnt, sich in der Gender-Debatte zu sehr zu exponieren. Hatten die recht?

Nein. Ich bin so froh, dass ich das Buch geschrieben habe, dass wir alle jetzt darüber diskutieren. Natürlich gab es in Amerika auch Kritik an mir, die gibt es immer, dessen war ich mir vorher bewusst.

Kam die Kritik von Männern oder Frauen?

Von Frauen natürlich, nicht von den jungen, sondern den älteren. Allerdings gingen die meisten harsch mit mir ins Gericht, bevor das Buch veröffentlicht war, für Dinge, die ich gar nicht gesagt oder geschrieben habe. Seit das Buch auf dem Markt ist, hat sich die Aufregung gelegt.

Sie kritisieren die Frauen, dass sie sich nicht eifrig genug reinhängen.

Ich kritisiere niemanden! Mir ist sehr wohl bewusst, dass die äußeren Umstände in der Wirtschaft Frauen daran hindern, aufzusteigen. Das muss sich ändern, wir brauchen bessere, flexiblere Arbeitsbedingungen, in Amerika haben wir nicht mal ein Mutterschaftsgeld. Aber es gibt auch Gründe, die in uns Frauen liegen, die uns abhalten, bis nach oben zu kommen. Darauf möchte ich den Blick lenken.

Warum sollten überhaupt mehr Frauen Chef sein wollen?

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