Schweiz : Rohstoffhändler Marc Rich gestorben
Der Rohstoffhändler Marc Rich ist tot. Der 78-Jährige starb am Mittwoch an den Folgen eines Hirnschlags in einem Krankenhaus in Luzern, wie die Marc Rich Group mitteilte. Er soll in Israel beigesetzt werden.
Rich, in Branchenkreisen „King of Oil“ genannt, gilt als Pionier des modernen Rohstoffgeschäfts. Im Jahr 1974 gründete er zusammen mit Partnern die Marc Rich+Co AG - die spätere Glencore - und baute das Unternehmen zum größten Rohstoffhändler der Welt aus. Anfang der 90er-Jahre stieg er mit dem Kauf der Firma Südelektra auch ins Geschäft mit Minen, Schmelzen und Raffinerien ein, um direkten Zugang zu Rohstoffen sicherzustellen und an der Wertschöpfungskette zu verdienen. Glencore fusionierte vor kurzem mit Xstrata.

Anfang der 80er-Jahre geriet Rich ins Visier der amerikanischen Behörden, unter anderem wegen Steuerhinterziehung und illegalen Ölhandels mit dem Iran, und floh in die Schweiz. 1983 war er wegen einer Anklage in die Schweiz geflüchtet, lange Zeit stand er auf der „Most-Wanted“-Liste des FBI. Der amerikanische Präsident Bill Clinton begnadigte ihn 2001 kurz vor Ende seiner Amtszeit.
