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Schönheitschirurg Afschin Fatemi : Der Restaurator

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Gesetzlich ist es also noch erlaubt, aber die Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie (GÄCD) hat Fatemi vor sieben Jahren schon aus diesem Grund aus ihrer Gesellschaft geworfen. „Afschin Fatemi hat fachfremd gearbeitet und sich damit gegen die Regeln der Gesellschaft gestellt“, sagt Matthias Gensior, Präsident der GÄCD. Er habe Fatemi mehrfach schriftlich und mit Justitiar aufgefordert, diese Operationen nicht mehr auszuführen. „Er hat sich vehement dagegen gewehrt, daher haben wir ihn ausgeschlossen“, sagt Gensior.

Einer, der „nicht in einem Zusammenhang mit Fatemi“ genannt werden will, sagt: „Ich zeige meinen Studenten Fatemis TV-Auftritte als abschreckendes Beispiel.“ Er sei schlimmer als der berühmte Schönheitschirurg Werner Mang, gegen den jüngst ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beihilfe zu gefährlicher Körperverletzung eingeleitet wurde.

Man sieht ihn jetzt eher im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

Es gibt aber anerkannte Ärzte, die auf Fatemis Seite stehen. Michael Drosner etwa, Professor für Dermatologie an der TU München und Spezialist für Lasertherapie, sagt: „In der Schönheitschirurgie gibt es viele eitle Ärzte und Neider. Die suchen nach einem Grund, um andere schlecht zu machen“. Außerdem: „Man kann Fatemi nicht verurteilen, weil er operiert. Es sei denn, er macht es schlecht.“ Davon hat Drosner nie gehört.

Reinhard Gansel, Leiter des Laser Medizin Zentrums Rhein-Ruhr in Essen, kennt Fatemi schon lange, mehrmals im Jahr trifft er ihn auf Kongressen. „Fatemi hat viel Erfahrung und ist dafür auch im Ausland bekannt“, sagt Gansel. Fatemi weiß, wer seine Kritiker sind. Er habe schon Drohanrufe bekommen mit dem Inhalt: „Ich sorge dafür, dass Sie nie mehr auf Kongresse eingeladen werden!“ „Ich werde Ihren Ruf ruinieren!“ Es ist ihm egal, sagt er. „Schon klar, dass die das machen. Die ertragen nicht, dass ich die Wahrheit über unser Fach sage.“

Gelernt hat er dennoch daraus. Man sieht ihn jetzt eher im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: Zuletzt war er bei „Roche und Böhmermann“, davor bei „Joko und Klaas“, beides neue Sendungen im Sparten-TV vom ZDF. Einen Beitrag, in dem er beim privaten Shopping gezeigt wird, würde er nicht mehr machen.

Nebenbei arbeitet er an einem Gerät gegen Schweißhände

Auch über Geld und Reichtum redet er nicht mehr viel. Wahrscheinlich besteht sein Leben aus weniger Glamour und mehr harter Arbeit. Er wohnt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in keiner Villa, und der Skiurlaub in Kitzbühel ging nur ein paar Tage.

Zu seinem Umsatz schweigt er. Nur so viel: In seinen Kliniken wurden im vergangenen Jahr rund 10.000 Patienten operiert, dazu kommen nichtchirurgische Eingriffe, zum Beispiel mit dem Laser. Facelifting kostet bei ihm bis zu 14.000 Euro, eine normale Fettabsaugung an Bauch und Taille bis 5000 Euro. Man kann sich ausmalen, dass er damit viel Geld verdient.

Und er plant noch weiter. Momentan verhandelt er über Immobilien für eine neue Klinik in Berlin. „Ich habe eigentlich genug zu tun, aber mir macht es Spaß, eine neue Klinik hochzuziehen“, sagt er. Nebenbei arbeitet er an einem Gerät gegen Schweißhände. „Wenn das klappt! Das wäre gigantisch“, sagt Fatemi.

Der Mensch

Afschin Fatemi ist 1972 in Mainz geboren, seine Eltern kommen aus dem Iran. Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern (9 und 1 Jahr alt) wohnt er in Düsseldorf. Fatemi hat in Lübeck und New York Medizin studiert und wurde 2007 im Fachgebiet Dermatologie promoviert. Von 1998 an hat er mehrere Monate bei plastischen Chirurgen in Amerika, Brasilien und Deutschland hospitiert und als Assistenzarzt an einer Klinik für ästhetische Operationen Erfahrungen gesammelt. Für Kongresse und Live-Workshops, bei denen er anderen Ärzten zeigt, wie er operiert, ist er überall auf der Welt unterwegs. Außerdem entwickelt er Operationstechniken und Geräte weiter.

Die Klinik

2002 hat Afschin Fatemi seine erste eigene Privatklinik namens s-thetic in Unna gegründet. Mittlerweile besitzt er Kliniken in Düsseldorf und Hamburg, in München und Düsseldort hat er außerdem Privatpraxen. Sein Ärzte–Team besteht aus neun Ärzten, jeder hat sein eigenes Spezialgebiet, etwa Brustvergrößerungen oder Nasenkorrekturen. Im Jahr machen sie etwa 10.000 Operationen. Zu seinem Umsatz will Fatemi nichts sagen. Im vergangenen Jahr war er mit seinen Mitarbeitern zwei Wochen in Uganda, um dort Menschen aus Krisengebieten zu behandeln. Derzeit verhandelt Fatemi über Immobilien in Berlin, wo er eine weitere Klinik eröffnen möchte.

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