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Olivier Blanchard geht : IWF ohne Chefökonom

Olivier Blanchard Bild: dpa

Er hat für höhere Inflation gekämpft und dafür, die Finanzkrise mit viel Geld zu bekämpfen. Jetzt geht Oliver Blanchard in den Ruhestand. Aber nicht so ganz.

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          Der Chefökonom der Internationalen Währungsfonds, der 66 Jahre alte Franzose Oliver Blanchard, geht Ende September in den Ruhestand.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Die Generaldirektorin des Fonds, Christine Lagarde, lobte ihren Landsmann als einen der führenden Ökonomen der Welt, der an vorderster Front die Finanzkrise bekämpft habe und einer Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik entscheidende Impulse gegeben habe. Sie habe von seinen weisen Ratschlägen, seiner Freundschaft und seiner Loyalität enorm profitiert. „Ich werde ihn vermissen“, wird Lagarde im offiziellen Statement zitiert.

          Bevor Blanchard 2008 Chefökonom des Währungsfonds wurde, hatte er Karriere an der Massachusetts Institute of Technology und an der Harvard University gemacht. Blanchard hat im Währungsfonds unter anderem die Ausblicke für Weltwirtschaft verantwortet, die für viele Regierungen und Markteilnehmer zu einer wichtigen Quelle geworden sind.

          Der Franzose gehört zu den am meisten zitierten Ökonomen. Er hat sich in seinen theoretischen Schriften der Geldpoitik, den spekulativen Blasen und der Finanzkrise zugewendet. Als Neokeynesianer befürwortet er eine lockere Geldpolitik und findet auch Inflationsraten von vier Prozent akzeptabel. Er hat mit dem Zentralbanker Stanley Fischer Standardwerke zur Makroökonomie verfasst. Nach seinem Ausscheiden wird Blanchard sich der Denkfabrik Petersen Institute anschließen. Die Suche nach einem Nachfolger hat begonnen.

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