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Novartis : 5 Millionen Franken für früheren Chef Vasella

Daniel Vasella Bild: REUTERS

Auf ein 72-Millionen-Franken-Abschiedspaket musste der frühere Novartis-Präsident Daniel Vasella verzichten, nachdem es zu einem Proteststurm gekommen war. Jetzt kommt heraus: Vasella muss nicht darben - zudem erhält er als Trostpflaster einen lukrativen Beratervertrag – 25.000 Dollar täglich.

          Unter dem Druck der Öffentlichkeit haben der Verwaltungsrat des Schweizer Pharmakonzerns Novartis und sein scheidender Präsident Daniel Vasella auf das geplante Abgangspaket über stolze 72 Millionen Franken verzichtet. Vasella muss indes nicht darben. Dies zeigt die jetzt veröffentlichte Vereinbarung mit dem Unternehmen. Danach erhält Vasella für „gewisse Übergangsdienstleistungen“ zwischen Februar und Ende Oktober 2013 knapp 5 Millionen Franken (4,4 Millionen Euro), davon 2,2 Millionen in Aktien. Auch danach ist nicht Schluss. Ein bis Ende 2016 laufender Beratervertrag garantiert dem jetzt in Amerika lebenden Vasella 25000 Dollar je Tag Beratung. Die Mindestsumme beträgt 250000 Dollar für jedes der Jahre 2014, 2015 und 2016. Abgerundet wird die Nach-Novartis-Zeit des 59 Jahre alten Vasella durch die Ernennung zum Ehrenpräsidenten.

          Jürgen Dunsch

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          In der Mitteilung schreibt Novartis zu den Aufgaben bis Ende Oktober, der im Februar abgetretene Vasella werde Verwaltungsratsmandate in einzelnen Tochtergesellschaften wahrnehmen und den Interims-Verwaltungsratspräsidenten Ulrich Lehner sowie den am 1. August antretenden Novartis-Präsidenten Jörg Reinhardt unterstützen. Reinhardt stößt vom deutschen Bayer-Konzern zu Novartis, ihm ist eine Jahresvergütung von 3,8 Millionen Franken zugesagt worden. Die Ende 2013 beginnende Beratertätigkeit von Vasella beinhaltet „spezifische Beratungsleistungen nach Wunsch und Bedarf des Unternehmens“. Erwähnt werden Vorträge zu Firmenanlässen oder das Coaching von Nachwuchskräften.

          „Wir freuen uns, dass wir Dr. Vasellas Dienste in Anspruch nehmen können“

          Die Vereinbarung mit Vasella fällt nicht unter die erweiterte Mitbestimmung der Aktionäre in der Schweiz nach dem Erfolg der „Abzocker-Initiative“ diesen März. Der Sieg des Initiators Thomas Minders, eines Kleinunternehmers, in der Volksabstimmung wird zum Teil dem zuvor bekannt gewordenen 72-Millionen-Plan zugeschrieben. Im Gegenzug für das üppige Abgangspaket hatte Vasella versprochen, nicht für die Konkurrenz von Novartis zu arbeiten.

          Jetzt schreibt Novartis-Interimspräsident Lehner, der frühere Henkel-Chef, zu der Vereinbarung: „Wir freuen uns, dass wir Dr. Vasellas Dienste in Anspruch nehmen und von seinem Wissen sowie seiner langjährigen Erfahrung in der Entwicklung eines weltweit führenden Gesundheitsunternehmens profitieren können.“ Die Aktionärsvereinigungen Ethos und Actares kritisierten hingegen die Übereinkunft. Vasella hatte 1996 in Basel aus Ciba-Geigy und Sandoz die heutige Novartis AG geschmiedet. Seit 2000 soll er Schätzungen zufolge nahezu 400 Millionen Franken für seine Dienste in dem erfolgreichen Pharmakonzern bezogen haben.

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