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Craig Wright : Neues Rätsel um Phantom und Bitcoin-Erfinder

Bitcoin-Münzen Bild: dpa

Kurz nachdem er enttarnt wurde, sorgt der mutmaßliche Vater der digitalen Währung mit dubiosen Geschäften für neue Schlagzeilen und weiteres Rätselraten.

          Das Mysterium um den vermeintlichen Gründer der Internet-Währung Bitcoins geht weiter. Zwei amerikanische Magazine hatten enthüllt, der Australier Craig Wright habe die Kunst-Währung entwickelt. Dazu passt, dass Wright über Jahre ein Leben im Dunkeln geführt hat. Der auf der ganzen Welt gesuchte Bitcoin-Erschaffer firmiert nur unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto – ansonsten ist nichts über ihn bekannt. Der Wert der seit 2009 umlaufenden digitalen Währung wird auf mehr als 5 Milliarden Dollar geschätzt. In der Internetbranche wird vermutet, der Gründer säße auf einem Vermögen von mehr als 500 Millionen Dollar.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Enttarnt wurde Wright alias Nakamoto – wenn er es denn ist – von den australischen Steuerbehörden. Sie suchten ihn zu Hause auf, weil er mit seinem Unternehmen Abgaben nicht bezahlt hatte. Teile der Befragung, der die Steuerfahnder Wright unterzogen, sind an die Öffentlichkeit gelangt. Angeblich soll der Australier darin einräumen: „Ich habe mein Bestes gegeben, um zu verbergen, dass ich Bitcoin seit 2009 führe.“ Nun aber wachsen die Zweifel wieder. Denn in der Internetbranche heißt es, die Magazine seien hinters Licht geführt worden. Als Beleg dafür wird ins Feld geführt, die von den Magazinen genannten Schlüssel für die Software hätten zur Zeit der Gründung von Bitcoin noch gar nicht existiert. Auch besitze Wrights Unternehmen Cloudcraft nicht den Supercomputer, den sie angeblich nutzt – er sollte auf der Liste der schnellsten Computer der Welt Rang 15 einnehmen. Der Hersteller SGI aber erklärte, Cloudcraft sei nie ein Kunde gewesen.

          Wright selbst scheint ein zweifelhafter Unternehmer zu sein. So hat er wohl versucht, mit dem umstrittenen australischen Industriellen Mark Ferrier Geschäfte im Wert von Dutzenden von Millionen Dollar abzuwickeln. Dazu gehört der Kauf von Gold, um die Internet-Währung abzusichern, aber auch derjenige großer Software-Pakete, unter anderem von Siemens. Bei den Verhandlungen soll Wright 2013 behauptet haben, er sitze auf einem Portfolio von Bitcoins im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar. Als Ferrier in Perth wegen früherer Delikte vor Gericht gestellt wurde, trat auch der Handel mit Wright zutage. Ferrier zufolge wollte Wright die Käufe über Ferriers Minengesellschaft MFJ Mining abwickeln. Die beiden hatten sich auf einer Bodenschatzkonferenz in Perth kennengelernt.

          Zugleich wollte Wright mit 50 Prozent an den Goldfunden von MFJ beteiligt werden, wenn er dem Unternehmen dafür Maschinen zur Verfügung stellte. Wright reichte im Dezember 2013 Klage ein, um einen Anteil von gut 84 Millionen Dollar an dem Gold zu bekommen. Schon zuvor war Wright in Schwierigkeiten: So soll ihm ein Insolvenzverfahren in Australien gedroht haben, weil er Schulden in Höhe von 425000 Dollar an einen Geschäftspartner nicht zurückzahlte.

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