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Philipp Mißfelder : CDU-Politiker heuert im Silicon Valley an

  • Aktualisiert am

Philipp Mißfelder Bild: dpa

Der CDU-Abgeordnete Philipp Mißfelder hat einen neuen Nebenjob in der Internet-Industrie: bei einem deutschstämmigen Unternehmer, der zu den schillerndsten Figuren der Internet-Szene gehört.

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          Philipp Mißfelder hat offenbar einen neuen Nebenjob. Laut einem Bericht der Bild“-Zeitung ist der CDU-Politiker ab sofort Mitglied im Beraterbeirat der Internet-Firma Thiel Capital. Das Unternehmen gehört dem deutsch-amerikanischen Internet-Investor Peter Thiel. Mißfelder soll für seine Tätigkeit laut dem Bericht weniger als 50.000 Euro pro Jahr verdienen.

          Peter Thiel gehört zu den schillerndsten und umstrittensten Internet-Unternehmern. Einst gründete er den Bezahldienst Paypal mit. Heute finanziert er ein Daten-Analyseunternehmen, das auch für Geheimdienste arbeitet. Er schrieb ein Stipendium aus, das junge Leute zum Studienabbruch animieren soll. In diesem Jahr investierte Thiel in das Geschäft mit legalen Drogen. Politisch setzt er sich für weitgehenden Liberalismus ein.

          Mißfelder war bis Herbst 2014 Bundesvorsitzender der Jungen Union, er hatte das Amt zwölf Jahre inne – so lange wie kein anderer vor ihm. Aus Altersgründen durfte der heute 36-Jährige nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Heute ist er außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Der breiten Öffentlichkeit war Mißfelder im Sommer 2003 bekannt geworden, als er forderte, dass 85-Jährige künftig keine „künstlichen Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen“ sollten.

          Seine Nebeneinkünfte standen in der Vergangenheit schon in der Kritik. Eine lukrative Nebentätigkeit für den Verlag teNeus, die ihm zwischen 100.000 und 150.000 Euro im Jahr einbrachte, ist aber im vergangenen Jahr ausgelaufen. Vor einem Jahr hatte Mißfelder für Unmut in der CDU gesorgt als er mitten in der Ukraine-Krise an einer Geburtstagsfeier für Altkanzler Gerhard Schröder in St. Petersburg mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin teilnahm. Er verteidigte seine Teilnahme damit, er habe die Feier privat besucht. Auch in der Krise wolle er solche Gesprächsmöglichkeiten nutzen.

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