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Nach Grenzöffnung : Zehntausende Venezolaner kaufen in Kolumbien ein

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Einkaufen in Cucuta: Venezuela leidet seit Monaten unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Bild: Reuters

Die Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien wird nach einem Jahr wieder geöffnet. Fast 30.000 Venezolaner strömen in das Nachbarland, um sich mit Lebensmitteln einzudecken.

          Shoppen beim Nachbarn: Nach der Öffnung der Grenze sind Zehntausende Venezolaner zum Einkaufen nach Kolumbien gekommen. Sie überquerten zu Fuß die Grenzübergänge, um sich mit Lebensmitteln und Medikamenten einzudecken. Die kolumbianische Einwanderungsbehörde rief die Venezolaner am Sonntag zur Besonnenheit auf, nachdem bereits am Tag zuvor fast 30.000 Menschen die Grenze zu Kolumbien überschritten hatten. „Die Grenzöffnung ist dauerhaft. Es ist nicht nötig, an diesem Wochenende einzureisen“, hieß es auf Twitter.

          Knapp 10.000 Venezolaner hätten einen speziellen Passierschein für die Grenzregion beantragt, sagte Behördenchef Christian Krüger. Mit dem Dokument soll der Grenzverkehr besser kontrolliert werden. Es erlaubt Venezolanern die Einreise in das kolumbianische Grenzgebiet, nicht aber die Weiterfahrt ins Landesinnere.

          Venezuela hatte die Grenze nach einem Zwischenfall im August vergangenen Jahres geschlossen und zahlreiche Kolumbianer ausgewiesen. Bei einem Überfall einer bewaffneten Bande aus Kolumbien waren drei venezolanische Soldaten verletzt worden. Die Regierung in Caracas wollte mit dem Schritt Schmuggel und organisiertes Verbrechen in der Grenzregion bekämpfen.

          Am Donnerstag hatten sich Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und sein kolumbianischer Kollege Juan Manuel Santos darauf geeinigt, die Grenze Schritt für Schritt wieder zu öffnen. Zunächst können Fußgänger fünf Grenzübergänge passieren. Der Grenzverkehr für Autos und Lastwagen werde langsam wieder aufgenommen, sagten die Staatschefs nach ihrem Treffen. Die Sicherheitskräfte beider Länder wollen beim Kampf gegen das organisierte Verbrechen künftig enger kooperieren.

          Im Grenzgebiet blüht der Schmuggel. Stark subventioniertes Benzin wird von Venezuela nach Kolumbien geschafft, in die Gegenrichtung werden Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs gebracht, die in Venezuela Mangelware sind. Um den Schmuggel zu unterbinden, soll nun der staatliche venezolanische Ölkonzern PDVSA Tankstellen im kolumbianischen Grenzgebiet betreiben. Dort wird der Treibstoff billiger als im Rest des Landes abgegeben.

          Zuletzt hatten die Regierungen der beiden südamerikanischen Länder die Grenze bereits tageweise geöffnet, damit Venezolaner in Kolumbien einkaufen können. Zehntausende deckten sich bei diesen Gelegenheiten mit Lebensmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs ein. Venezuela leidet seit Monaten unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Wegen des niedrigen Ölpreises verfügt das extrem vom Energiesektor abhängige Land nicht über genügend Devisen, um Rohstoffe und Importwaren einzuführen.

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