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Cats und Phantom der Oper : Musical-Pionier Rolf Deyhle gestorben

  • Aktualisiert am

Rolf Deyhle ist jetzt im Alter von 75 Jahren gestorben. Bild: dpa

Er hat den Musical-Boom in Deutschland mit ausgelöst und die Fußball-Weltmeisterschaften profitabel gemacht. Jetzt ist Rolf Deyhle gestorben.

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          Der Musical-Unternehmer und Fußball-Vermarkter Rolf Deyhle ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Unternehmensgruppe in Stuttgart. Deyhle galt als Visionär in vielen Bereichen: Er hat Musicals wie „Cats“ und das „Phantom der Oper“ nach Deutschland geholt und eine wichtige Rolle bei der Vermarktung von Fußball-Weltmeisterschaften gespielt.

          Trotz mancher Niederlagen im Leben hatte er bis zuletzt immer neue Projekte vorangetrieben. Zu seinem Geburtstag im vergangenen Oktober betonte er, er sei voller Ideen. Er sei während eines Kuraufenthalts gestorben, teilte die Unternehmensgruppe mit.

          Als Unternehmer hatte Deyhle ein kompliziertes Geflecht von Firmen und Beteiligungen aufgebaut. Doch einen Namen machte sich der gelernte Steuerbeamte vor allem als Pionier des Musicals. Als in den achtziger und neunziger Jahren in Deutschland immer neue Musical-Theater entstanden, hatte sich Deyhle die entscheidenden Lizenzen gesichert und eine lukrative Infrastruktur rund um seine Theater aufgebaut. Als der Markt schließlich übersättigt war, geriet seine Firma Stella ins Trudeln und ging schließlich in die Insolvenz.

          Sechs Kinder

          Als seinen größten unternehmerischen Erfolg bezeichnete Deyhle den Aufbau eines Vermarktungssystems für den Fußball. Zusammen mit Horst Dassler (Adidas) und dem heutigen Fifa-Präsidenten Joseph Blatter baute er die weltweite kommerzielle Verwertung und Vermarktung der Fußball-Weltmeisterschaften auf.

          Von 1978 bis zur Fußball-WM 1994 in den Vereinigten Staaten war Deyhle der Inhaber sämtlicher weltweiter Exklusivrechte: Sein Vermögen wurde in den neunziger Jahren auf umgerechnet zwei Milliarden Euro geschätzt. Deyhle selbst nahm für sich in Anspruch, der „kommerzielle Aufbau des gesamten Weltsports“ sei auch seine Leistung.

          Zuletzt war es um den umtriebigen Unternehmer eher still geworden. Deyhle hatte sich unter anderem auf das Sammeln von Kunst und auf die Produktion von Kinofilmen konzentriert. Zudem unterstütze er mehrere soziale Projekte wie die Björn Steiger Stiftung für Notfallhilfe. Rolf Deyhle war verheiratet und hinterlässt zwei Töchter und vier Söhne.

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