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Mehr als 13 Millionen Dollar : HP zahlt Léo Apotheker üppige Abfindung

Leo Apotheker kann insgesamt mit einer Entschädigung von mehr als 13 Millionen Dollar rechnen Bild: dapd

Nach elf Monaten an der Spitze von Hewlett-Packard erhält der kürzlich entlassene Léo Apotheker eine Abfindung in Höhe von 7,2 Millionen Dollar. Mit Bonus und weiteren Ansprüchen steigt das Trennungsgeld auf über 13 Millionen Dollar. Der Aktienkurs war in seiner Amtszeit um 45 Prozent gefallen.

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          Léo Apotheker kann sich nach seiner abrupten Ablösung als Vorstandsvorsitzender des amerikanischen Technologiekonzerns Hewlett-Packard (HP) mit einer üppigen Abfindung trösten. Trotz einer katastrophalen Bilanz am Ende seiner nicht einmal elf Monate währenden Amtszeit erhält Apotheker ein Abfindungspaket von mehr als 13 Millionen Dollar. Apotheker konnte sich schon bei seinem Einstieg im vergangenen Jahr über einen großen Zahltag freuen. Er bekam damals insgesamt 8,6 Millionen Dollar in bar als Antrittsbonus und für Umzugskosten.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          HP hat Apotheker in der vergangenen Woche mit Meg Whitman ersetzt, der früheren Vorstandschefin des Internetmarktplatzes Ebay. Damit zog der Konzern den Schlussstrich unter ein turbulentes Jahr. In der Amtszeit von Apotheker hat der Aktienkurs von HP mehr als 45 Prozent an Wert verloren. Unter seiner Führung gab es eine Serie enttäuschender Ergebnisse und korrigierter Prognosen. Ein von ihm angestoßener radikaler Konzernumbau im August stieß auf verheerende Resonanz an den Finanzmärkten.

          In einer Mitteilung an die Börsenaufsicht SEC hat HP nun die einzelnen Bestandteile des Abfindungspakets von Apotheker aufgelistet: Manche der Komponenten stehen ihm unter seinem Anstellungsvertrag zu, manche erhält er zusätzlich. So erhält Apotheker eine Barabfindung von 7,2 Millionen Dollar, das Sechsfache seines jährlichen Grundgehalts von 1,2 Millionen Dollar, sowie Aktien im Wert von rund 3,6 Millionen Dollar. Weiter erhält er einen Bonus von 2,4 Millionen Dollar, gemäß dem „Pay-for-Results“-Plan („Zahlen für Ergebnisse“), wie es in der Mitteilung heißt. Dieser Bonus war im Vertrag nicht festgeschrieben, ebenso wenig wie: Umzugskosten einschließlich Rückflugtickets nach Frankreich oder Belgien für Apotheker und seine Frau; bis zu 300 000 Dollar für etwaige Verluste beim Verkauf seines Anwesens in Kalifornien; Anwaltskosten für das Aushandeln des Abfindungspakets. Dazu könnten noch einmal bis zu 424 000 HP-Aktien kommen, falls der Aktienkurs des Unternehmens in den nächsten drei Jahren bestimmte Vorgaben erreicht. Diese Aktien hätten derzeit einen Wert von rund 10 Millionen Dollar. Vertraglich hätten Apotheker weitere 304 000 an Vorgaben gebundene Aktien zugestanden, auf die er aber verzichtete. „Das ist ein ziemlich robustes Paket für so eine kurze Zeit, und die Aktionäre von HP haben allen Anlass, frustriert zu sein“, sagt Brian Foley, ein auf Managementvergütung spezialisierter Unternehmensberater in New York.

          In den Vereinigten Staaten gibt es keine gesetzlichen Obergrenzen für Gehälter und Abfindungen. Die Finanzmarktreform aus dem vergangenen Jahr (Dodd-Frank-Gesetz) hat Aktionären allerdings mehr Einflussmöglichkeiten gegeben. Die „Say-on-pay“-Regel in dem Gesetz sieht Abstimmungen der Aktionäre über Gehälter und Abfindungen vor, die allerdings nicht bindend sind. Berater Foley hat in den vergangenen Jahren eine größere Zahl von Aktionärsklagen gegen Unternehmen im Zusammenhang mit Managervergütung beobachtet, die gleichwohl in den meisten Fällen ohne Konsequenzen blieben. In Deutschland sieht der Corporate-Governance-Kodex vor, dass die Abfindung nicht mehr als das Doppelte des Jahresgehalts betragen sollte.

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