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Manager : Beim Barte der Bonus-Banker

  • -Aktualisiert am

Mit und ohne Bart: Paul Achleitner Bild: Wolfgang Eilmes, Bayerisches Staatsministerium der Finanzen

Der Vollbart ist wieder in Mode - auch unter Managern. Der neueste Vollbarträger ist Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner.

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          Wenn heutzutage jede Geste und jeder Halbsatz von Topmanagern auf eine tiefergehende Bedeutung abgeklopft wird, dann ist die Bartfrage dringend in diese Analyse aufzunehmen: Welche Schlüsse leiten sich aus dem Bartwuchs ab für Person, Konzern, Börse und die Welt als solche?

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Als Joe Kaeser, damals noch Finanzchef von Siemens, sich am Morgen der Bilanz-Pressekonferenz im November 2012 blitzblank rasiert hat, wurde das vom hellsichtigen Publikum als Kampfansage verstanden: Der Bart ist ab, jetzt geht’s mit frischem Offensivgeist voran! Und ob Zufall oder nicht: Acht Monate später war Kaeser Chef des großen Siemens-Konzerns, der Österreicher Peter Löscher, den er neben sich als Vorstandsvorsitzenden erduldet hatte, war weg, Kaeser ist bis heute nackt über der Oberlippe.

          Was aber hat es umgekehrt zu bedeuten, wenn plötzlich die Barthaare sprießen? Jürgen Großmann, der Selfmade-Milliardär und ehemalige RWE-Chef, komplettierte mit einem Seeräuber-Rauschebart sein Image als unbeugsames Rauhbein, den kein Konzern der Welt zu zähmen vermag.

          Kommen wir zum neusten Vollbartträger: Paul Achleitner, seines Zeichens Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank. Was will er der Welt mit seinem frisch erblühten Bart sagen? Dass die Boni für das Topmanagement in der Bank so lange eingefroren bleiben wie seine Barthaare sprießen?

          Oder - noch weitreichender -, dass er sich erst wieder rasiert, wenn die Deutsche Bank ihre Rechtsstreitigkeiten geordnet hat, auch juristisch wieder sauber da steht?

          Das allerdings könnte dauern, bei der Masse an Klagen und Verfahren, die der Konzern an der Hacke hat. Die düsteren Lektionen aus der Vergangenheit sind auch der Grund, warum Aufsichtsratschef Achleitner die im Jahr 2011 genehmigten Erfolgsprämien fürs Führungspersonal jetzt auf Eis gelegt hat. Betroffen sind alle damals aktiven Vorstände - ob mit oder ohne Bart. Ausgeschüttet wird erst, wenn die Rechts- und Reputationsrisiken geklärt sind.

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