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Michael Ebling : Oberhaupt der Stadtwerke und der Narren

Die Fassenacht geht vor, daher spricht Michael Ebling erst einen Tag später auf der Tagung über die Rolle kommunaler Unternehmen für Städte. Bild: Cornelia Sick

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling wird neues Oberhaupt der Stadtwerke. Er fürchtet um die Ausschüttungen der kommunalen Betriebe an die Städte. Ein Porträt.

          Manchmal sind Narren wichtiger als Stadtwerke. In diesem Sinne hat Michael Ebling an diesem Mittwoch zuerst seine Pflicht als Mainzer Oberbürgermeister zu erfüllen. Pünktlich um 11.11 Uhr starten die Bürger in die Fassenacht. Und damit Mainz singt und lacht, darf das Stadtoberhaupt nicht fehlen. Auf dem Balkon des Osteiner Hofs am Schillerplatz spricht Ebling zu den Narren seiner Stadt, um die fünfte Jahreszeit einzuläuten. Dem SPD-Politiker ist die Vorfreude anzumerken. Im Kopf wird der 48 Jahre alte Ebling dann auch sein neuestes Ehrenamt haben, das den Kommunalpolitiker auf die Bundesbühne katapultiert: Er wird zum Jahreswechsel Präsident des Verbandes kommunaler Unternehmer (VKU) und damit oberster Vertreter der Stadtwerke und aller städtischer Betriebe, die Strom und Wasser liefern, den Müll abholen oder Busse und Bahnen fahren lassen.

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Am Dienstag wählte ihn der Vorstand des Spitzenverbandes in Berlin für vier Jahre zum neuen Oberhaupt. Am Mittwoch müsste er somit auf der Jahrestagung des Verbands in Berlin auftreten, doch die Fassenacht geht vor. Die Wahl kann also nicht von langer Hand geplant gewesen sein. Am Mittwoch fliegt er wieder zur Abendveranstaltung nach Berlin und spricht am Donnerstag zum Abschluss der Tagung über die Rolle kommunaler Unternehmen für die Städte.

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          Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht - das gilt auch für Ebling. Hier kommt er her, hier wurde er 1967 geboren. In Mainz ging er zur Schule, studierte Rechtswissenschaften und arbeitete in der Politik. Seit dreieinhalb Jahren ist er Oberbürgermeister von Mainz und blickt aus seinem Büro auf den Rhein. Zu Scherzen ist der neue Oberlobbyist der Stadtwerke dabei durchaus aufgelegt. „Ich bin zum Glück den Organen der Rechtspflege erspart geblieben“, sagt er lächelnd über den eigenen Werdegang. Dazu spielte wohl auch die Politik schon früh eine zu große Rolle.

          Politisiert hat ihn der Nato-Doppelbeschluss. Mit 16 Jahren tritt er in die SPD ein und fängt in der Kommunalpolitik an: Ortsbeirat, Ortsvorsteher, Stadtrat. Während des Studiums arbeitet er für einen Landtagsabgeordneten und nach dem zweiten Staatsexamen im Büro des rheinland-pfälzischen Wissenschaftsministers. 2002 wird er Sozialdezernent der Stadt Mainz und vier Jahre später Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Bildungsministerium. Sein Hauptaugenmerk gilt jedoch immer seiner Stadt. „Der unmittelbare Maßstab des Handelns und Erlebens ist nirgendwo dichter als in der Kommunalpolitik“, sagt er. Ein neues Schulgesetz braucht dagegen viele Jahre. Bis 2020 ist er als Oberbürgermeister gewählt.

          Ebling: Staatseinfluss lohnt sich für die Umwelt

          Ebling gibt sich davon überzeugt, dass die kommunale Wirtschaft der Anker der Stadt ist. Dabei mischen sich die städtischen Betriebe in die Marktwirtschaft ein und verdrängen private Unternehmen. Der Bürger zahlt oftmals höhere Gebühren und steht für unrentable Unternehmen ein. Mehr als 13.000 kommunale Unternehmen zählt die Monopolkommission hierzulande. Die Städte wie auch Ebling loben gerade ihren Einfluss auf die Betriebe und setzen auf die Ausschüttungen für klamme Stadtkassen.

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