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Luftverkehr : Drohne fliegen nur mit Führerschein

Gefahren beim Flugbetrieb drohen weniger von kommerziellen Anwendern, die Drohnen seit Jahren für militärische oder zivile Zwecke nutzen. Beispielsweise arbeiten amerikanische Handelskonzerne wie Amazon oder Walmart mit Hochdruck an Drohnen-Konzepten für die schnelle Auslieferung von Waren. Hierzulande setzt die Deutsche Post auf den Testbetrieb von Transportdrohnen. Ein Projekt, an dem auch die DFS als Forschungspartner beteiligt ist. Und der Flugzeughersteller Airbus machte schon vor Monaten das Geschäft mit zivilen Drohnen zum Zukunftsfeld des Konzerns.

Sorgen bereitet Politikern und Kontrolleuren die stark wachsende Zahl an Hobbypiloten in Deutschland. „Das Gros von Drohnen wird von Laien gesteuert, die keine Vorstellung vom Luftverkehr haben, dessen Risiken grob unterschätzen oder einfach negieren“, heißt es bei der VC. Aus Scheurles Sicht tut sich hier eine Marktlücke auf, die seine Spezialisten für Flugsicherheit gezielt nutzen könnten: „Parallel zur rasanten technischen Entwicklung in dieser Branche will die DFS ihre Schulungsfähigkeit für Drohnen-Nutzer und Drohnen-Piloten aufbauen“, sagt er und nennt dafür einen Zeitplan: Binnen zwei Jahren werde das bundeseigene Unternehmen diese Vorgabe realisieren. Zuvor muss allerdings der Gesetzgeber für entsprechende Vorschriften zur Registrierung und zum Flugbetrieb für private Nutzer sorgen. So ist im gewerblichen Bereich bereits ein „Drohnen-Führerschein“ in Vorbereitung, der vom zuständigen Luftfahrt-Bundesamt ausgestellt und verwaltet wird. Scheurle schwebt eine Pionierrolle der DFS vor: „Deutschland würde es gut anstehen, beim professionellen Einsatz und der Kontrolle von Drohnen zum Vorreiter in Europa zu werden.“

Die Emsigkeit des DFS-Chefs kommt nicht von ungefähr. Schließlich fallen die bisherigen Regeln reichlich lax aus. Generell sind Drohnenflüge in Sichtweite des Piloten (ohne optische Hilfsmittel) erlaubt, wobei die Flughöhe auf 300 Meter beschränkt ist und die Flugverbotszonen rund um einen Flughafen zu beachten sind. Für die Nutzung im gewerblichen Bereich ist dagegen der Einsatz außerhalb der Sichtweite erforderlich, der entsprechend reguliert wird.

Mit der stark steigenden Zahl der privaten Käufer ist die Gefahr von Kollisionen am Rande von Flughäfen laut Jörg Lamprecht riesengroß. „Das größte Risiko ist, dass kleine Drohnen von Triebwerken angesaugt werden, was bei Starts und Landungen verheerende Folgen hätte“, sagt der Chef und Mitbegründer von Dedrone.

Das vor drei Jahren in Kassel gegründete Unternehmen ist auf die Entdeckung unbemannter Fluggeräte spezialisiert und bietet vor allem Kunden aus der Industrie eine Technologie zum Schutz vor zivilen Drohnen an. Zu den ersten Abnehmern für das von Dedrone entwickelte System gehörten Kunden aus der Autoindustrie. Schneller als die Europäer steuerten die amerikanischen Behörden gegen, um die Gefahren von Mini-Drohnen zu begrenzen. Dort wurde seit Jahresbeginn eine verbindliche Registrierung für die Eigentümer von Flugobjekten ab 500 Gramm Gewicht eingeführt. Wer die Anmeldung per Internet versäumt, muss seitdem bis zu 250 000 Dollar Strafe zahlen.

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