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Lufthansa : Manager aus Schweden wird neuer Finanzchef

Lufthansa-Flugzeuge in Düsseldorf. Bild: dpa

Die aktuelle Finanzchefin Simone Menne zieht es Ende August in die Pharmabranche. Jetzt hat Lufthansa einen Nachfolger gefunden - und zwar einen mit ordentlich Erfahrung als Sanierer.

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          Mit einem Neuzugang aus Schweden besetzt die Deutsche Lufthansa AG ihren ab August vakanten Vorstandsposten. Ulrik Svensson leitet von Januar 2017 an das Finanzressort der größten Fluggesellschaft in Europa führen, teilte das Unternehmen nach einer Aufsichtsratssitzung am Freitag mit.

          Ulrich Friese
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der 55 Jahre alte Schwede ersetzt damit Amtsvorgängerin Simone Menne, die schon Ende August ihren Posten in Frankfurt verlässt, um eine ähnliche Funktion im Vorstand des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim zu übernehmen. Mennes Aufgaben werde bis zum Amtsantritt Svenssons der Vorstandschef des Lufthansa-Konzerns, Carsten Spohr, in Personalunion übernehmen.

          Obwohl Svensson gegenwärtig noch die schwedische Investmentgesellschaft Melker Schörling (MSAB) führt, verfügt der an der Westküste Schwedens geborene Manager bereits über handfeste Sanierungserfahrungen in der Luftfahrt: Er war zwischen 2003 und 2006 für die Finanzen der Fluggesellschaft Swiss verantwortlich und trug in dieser Zeit wesentlich dazu dabei, das schwer angeschlagene Unternehmen auf Gewinnkurs zu trimmen und danach erfolgreich in den Verbund der Lufthansa zu integrieren, erinnern sich Weggefährten aus dieser Zeit.

          Ruf als erfolgreicher Sanierer

          Inzwischen ist die Tochtergesellschaft in Zürich eine Ertragsperle des deutschen Mutterkonzerns geworden. Den 2005 erfolgten Verkauf der Swiss, die einst aus der Konkursmasse von Swissair hervorgegangen war, hielt Svensson damals für unausweichlich: „Gesellschaften in kleineren Ländern wie SAS, AUA oder eben Swiss kommen wirtschaftlich allein nicht zurecht“, lautete sein Befund.

          Der Ruf als erfolgreicher Sanierer und sein Geschick bei komplexen Projekten leiteten dann vor Jahren seinen Wechsel in die schwedische Industrie ein: Seit 2006 steht Svensson an der Spitze des Investors MSAB, der unter anderem am Sicherheitsdienstleister Securitas oder dem Schließanlagen-Hersteller Assa Abloy beteiligt ist. Die Expertise der Lufthansa-Führung werde mit dem international erfahrenen Industriemanager deutlich verstärkt, sagte Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber nach der gestrigen Sitzung.

          Auf eine Karriere in der Industrie wurde Svensson quasi von Haus aus vorbereitet. Schon als Kind arbeitete er in der familieneigenen Brotfabrik mit, die einst sein Vater gründete. Danach studierte er an der Stockholmer Hochschule für Wirtschaftswissenschaften BWL, bevor er sich auf diversen Positionen in der Telekomindustrie oder beim britischen Büromittelhersteller Esselte profilierte.

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