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Lange Haftstrafe : Gericht verurteilt Anlagebetrüger Engler

  • Aktualisiert am

Ulrich Engler (rechts) und sein Anwalt in Mannheim Bild: dpa

Zwischen 2004 und 2007 sammelte Ulrich Engler von den Vereinigten Staaten aus 171 Millionen Dollar ein und betrieb damit ein gewaltiges Schneeballsystem. Nun verurteilte das Landgericht Mannheim ihn zu einer langen Haftstrafe.

          Wegen Anlagebetrugs muss der frühere Finanzvermittler Ulrich Engler für achteinhalb Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Mannheim verurteilte den gelernten Bürokaufmann und späteren Berufssoldaten am Montag wegen Betrugs in zwei Fällen, wie ein Sprecher mitteilte. Dem Urteil war eine Verständigung von Staatsanwaltschaft und Verteidigung vorausgegangen, wonach der Angeklagte nach einem Geständnis für maximal acht Jahre und neun Monate in Haft kommen sollte.

          Der Mann hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit fingierten amerikanischen Aktiengeschäften und einem Schneeballsystem knapp 1300 Anleger um insgesamt 37 Millionen Dollar geprellt. Doch nur für einen Teil der illegalen Geschäfte konnten die Strafverfolger Nachweise erbringen. Der in früheren Jahren auch als Staubsaugervertreter tätige Mann hatte laut Anklage Anlegern in den Jahren von 2004 bis 2007 vorgegaukelt, mit einem Computerprogramm Aktienkursentwicklungen an der New Yorker Börse schneller als andere Händler erkennen und dadurch monatliche Renditen von drei bis sechs Prozent erzielen zu können.

          Mit neu eingenommenen Geldern habe er Ausschüttungen an andere Anleger und Provisionen an Vermittler in Europa bezahlt. Ein Dutzend von ihnen hat die Staatsanwaltschaft Mannheim wegen Betrugs angeklagt. Engler war nach jahrelanger Flucht im Juli 2012 von den Behörden in den Vereinigten Staaten nach Deutschland ausgeliefert worden, wo er seit 2007 mit Haftbefehl gesucht wurde.

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