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Russenversteher Klaus Mangold : Mister Russland der deutschen Wirtschaft

  • -Aktualisiert am

„Kontakte sind mein Knowhow“, sagt Klaus Mangold. „Das ist die Basis für meine Geschäfte.“ Bild: Frank Röth

Klaus Mangold gilt als Russenversteher - die Nähe zu Wladimir Putin zahlt sich aus. Doch als solcher will er nicht in eine Ecke gestellt werden. Im Gespräch mit der FAS räumt er mit bösen Klischees über Geschäfte in Russland auf.

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          Um die deutsch-russische Freundschaft war es schon besser bestellt, ein fliegender Seehofer macht da noch keinen Sommer. Beziehung wie Nerven bleiben angespannt seit Putins Umtrieben in der Ukraine. Für Klaus Mangold bedeutet dies vor allem: viel Arbeit, und noch mehr Flüge nach Moskau, auch diese Woche. Die Bayern waren schon wieder zu Hause, als er, wie stets, in wirtschaftlicher Mission unterwegs war.

          Klaus Mangold ist der Mann für das Ost-Geschäft, insofern ein Russenversteher, „Wandel durch Handel“ und andere Evergreens der Ostpolitik ständig auf den Lippen. Niemand wandelt, handelt, wirbelt auf diesem Parkett so viel wie Mangold, ein Mann, der mit bald 73 Jahren sein aktives Managerleben eigentlich hinter sich hat: Quelle-Chef war er in den 90er Jahren, Daimler-Vorstand danach (bis zur Pensionierung mit 60). Den Osten hat er in diesen Ämtern rege bereist, später noch intensiver; als Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (bis 2010) und auf eigene Rechnung. Die Grenzen sind da fließend. „Osteuropa ist für mich Herzenssache und große wirtschaftliche Perspektive zugleich“, sagt Mangold.

          Tatsache ist: Der Mann, 1943 in Pforzheim geboren, hat auf seinen Ost-Kontakten ein Vermögen aufgebaut. Beziehungen sind ein wertvolles Gut, dafür lässt er sich mit seiner Firma („Mangold Consulting“) bezahlen. So läuft das in der Marktwirtschaft. „Kontakte sind mein Knowhow“, sagt Mangold selbst. „Das ist die Basis für meine Geschäfte.“ Und so ist der Mann, versehen mit dem Titel als „Honorarkonsul der Russischen Föderation für Baden-Württemberg“, als eine Art Ich-AG in der Business Class unterwegs: jede Menge Kontakte, jede Menge Mandate, dazu - als Hobby - jede Menge Wald. Unter Deutschlands Jägern ist Mangold einer der fleißigsten. 700 Hektar Wald hat er gepachtet im Münstertal im Schwarzwald, wohin er regelmäßig Promis aus Politik und Wirtschaft einlädt. Dazu kommen die 1000 Hektar, die er gekauft hat im Hegau, der Region zwischen Bodensee und Stuttgart. „Im Nebenberuf bin ich Land- und Forstwirt“, sagt Mangold.

          Die großen Tiere im Manager-Zirkus kennt jedes Kind, die Ackermänner und die Zetsches. Diejenigen, die am Rande der Manege zu Einfluss kommen, bleiben in der Öffentlichkeit unerkannt: Typen wie Klaus Mangold eben; immer dabei, in alle Richtungen vernetzt. In Baden-Württemberg soll er als Wirtschaftsberater („ohne Parteibuch“) gerade dem CDU-Kandidaten Guido Wolf helfen, die Landtagswahl gegen Winfried Kretschmann zu gewinnen - den Grünen attackiert er trotzdem nicht. Das wäre womöglich abträglich fürs Geschäft. An Parteigrenzen halten sich seine Freundschaften sowieso nicht, dicke ist er zum Beispiel mit Ex-Kanzler Gerhard Schröder, dem Genossen der Bosse, die Wege der beiden kreuzen sich regelmäßig.

          Noch immer ein hohes Tempo

          Mangold kontrolliert Konzerne in Amerika, Frankreich, Kasachstan, er ist Aufsichtsratsvorsitzender des feinen Bankhauses Rothschild in Frankfurt und hat auch sonst allerhand am Laufen, vorzugsweise im Osten, spektakuläre Wildschweinjagden mit Ion Tiriac, Boris Beckers Ex-Manager, in Rumänien inklusive. „Ich bin seit 40 Jahren in Osteuropa unterwegs, diese Länder und Menschen sind mir unglaublich ans Herz gewachsen“, sagt der promovierte Jurist, der von seinen Kunden als „Mister Russland der deutschen Wirtschaft“ hofiert wird.

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