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Kimbal Musk : Der Tesla-Bruder ist ein Weltverbesserer

Kimbal Musk Bild: Andreas Müller

Der Tesla-Gründer Elon Musk ist eine kleine Berühmtheit. Dass sein Bruder Kimbal Musk auch im Tesla-Vorstand sitzt, weiß kaum einer. Weil er eine andere Mission hat: Die Welt durch bessere Ernährung zu verbessern.

          Ständig blinkt das LED-Lämpchen des Smartphones und kündigt eine neue Nachricht an. An fast allen Ereignissen auf der ganzen Welt kann man über irgendeinen Kanal mindestens passiv teilnehmen. Das, was als Erstes unter dieser schnellen Taktung leidet, ist der Mensch. Zwar sind alle gut vernetzt - über Instagram, Twitter und Co. Doch in der Realität haben viele Menschen weniger Zeit für echte Kontakte. Sie schlafen schlecht und ernähren sich falsch. Einer, der diese Entwicklung umkehren will, ist Kimbal Musk.

          Anna Steiner

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Geboren 1972, wuchs Kimbal Musk in Pretoria in Südafrika auf. Seine Mutter ist eine dort bekannte Ernährungsspezialistin, sein Vater ein Ingenieur. Nach der Highschool wanderten beide Söhne nach Kanada aus. Kimbal begann ein Studium der Wirtschaft. Elon Musk, Kimbals älterer Bruder, gilt heute als einer der innovativsten Manager Amerikas und macht als Tesla-Gründer und Vorstandsvorsitzender von Space X regelmäßig Schlagzeilen mit innovativen Ideen, die die Welt zu einem besseren Ort machen sollen. Auch Kimbal sitzt im Vorstand von Tesla und dem privaten Weltraumunternehmen Space X. Wie Elon setzte er in den Neunzigern auf Internet und Digitalisierung.

          Das erste Musk-Start-up gründeten die beiden Brüder 1995 gemeinsam: Aus einem Roadtrip, dem Startkapital von 38.000 Dollar, das ihnen ihr Vater zur Verfügung gestellt hatte, und einem gebrauchten BMW entstand Zip2, ein Online-Stadtführer, der ein Verzeichnis von Unternehmen aufbauen und in Karten einbauen sollte. Die Idee war damals revolutionär. 1999 verkauften die Musk-Brüder ihr Unternehmen für über 300 Millionen Dollar an Compaq. Es war bis dahin der höchste für ein Internetunternehmen gezahlte Preis. Über die Beteiligung blieb beiden Brüdern ein zweistelliger Millionenbetrag, den sie in neue Projekte investierten. Elon in Paypal und Tesla, Kimbal zudem in seine Ausbildung als Küchenchef.

          In den Neunzigern war Kimbal Musk von der Zugkraft des Internets überzeugt. Es war die Chance für die junge Unternehmergeneration, Geld zu verdienen und es zu etwas zu bringen. Heute ist die Sache für Kimbal klar: Die größte Chance der jungen Generation liegt in der gesunden, bewussten Ernährung und in gutem Essen.

          Gemeinschaft als Erfahrung

          2004 eröffnete Kimbal gemeinsam mit zwei Freunden das Restaurant „The Kitchen“ in Boulder, Colorado. „Wir haben den Namen ausgewählt, weil die Menschen hier zusammenkommen sollen“, sagt Kimbal Musk. „Wie in einer Familie, wo man sich zum Essen um einen Tisch in der Küche versammelt.“ Das hochpreisige Feinschmeckerrestaurant zeichnet sich durch eine Besonderheit aus, die Musk so wichtig ist: Die Küchenchefs arbeiten eng mit den Produzenten vor Ort zusammen, und richten ihre Speisenauswahl nach dem Produktangebot der Region und der Saison.

          „Echtes Essen“ (real food), so nennt Musk das Konzept. Im Gegensatz zur Effizienz und Kostensenkung, Zielen der industriellen Nahrungsmittelproduktion, steht hier die Erfahrung des Genusses im Fokus. Effizienz ist ein Wort, das Musk ohnehin nicht leiden kann. „Heutzutage wird alles in Plastik verpackt angeliefert, ist vorgeschnitten und schockgefrostet.“ Oft wird es um den halben Globus geflogen, um dann verkocht zu werden. Die industrielle Produktion mache hungrig und fett, so der Südafrikaner. Sie sei darauf ausgelegt, dass die Menschen schnell wieder Hunger haben und noch mehr kaufen. „Denn so verdienen die Lebensmittel-Konzerne ihr Geld.“ Das führe jedoch nur dazu, dass je nach Studie zwischen 15 und 30 Prozent der Weltbevölkerung übergewichtig seien. Bereits unter den Kindergartenkindern in den Vereinigten Staaten seien zwanzig Prozent durch Fehlernährung zu dick.

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