https://www.faz.net/-gqe-8k70l

John Paulson : Donald Trumps gehasster Helfer

  • Aktualisiert am

John Paulson Bild: Reuters

Ausgerechnet eine Hassfigur der einfachen Amerikaner soll helfen, Donald Trump zum Präsidenten zu machen: der Hedgefondsmanager John Paulson. Die beiden haben ein besonderes Verhältnis.

          1 Min.

          Er war einst eine Hassfigur der abgehängten Amerikaner aus dem Mittleren Westen – jetzt soll er helfen, ihren Präsidentschaftsfavoriten ins Weiße Haus zu bringen: Zum Wirtschafts-Wahlkampfteam von Donald Trump gehört ausgerechnet der Hedgefonds-Manager John Paulson.

          Nach der Finanzkrise, als in Amerikas öffentlicher Diskussion die „Wall Street“ gegen die „Main Street“ stand, die Börsianer gegen die einfachen Leute an der Hauptstraße, da gehörte John Paulson fest zur „Wall Street“. Er hatte damals auf fallende Immobilienpreise gewettet und so am Platzen von Amerikas Immobilienblase verdient. Er persönlich verdiente vier Milliarden Dollar im Krisenjahr 2007: zehn Millionen Dollar am Tag, wie das „Wall Street Journal“ prominent ausrechnete. Das nahmen ihm viele Amerikaner übel.

          John Paulsons Geschäfte laufen nicht mehr so gut

          Danach allerdings liefen seine Geschäfte nicht mehr so gut – das hat Paulson mit Trump gemeinsam, der gerade erst sein Kasino in Atlantic City schließen musste. Erst wettete Paulson in der Eurokrise darauf, dass die Gemeinschaftswährung zerfällt. Als das nicht geschah, kaufte Paulson griechische Aktien und Staatsanleihen – doch trotz aller Griechenlandrettung war damit bisher kein Geld zu verdienen. Auch in Puerto Rico investierte er und litt auf diese Weise unter einer weiteren Pleite der öffentlichen Hand.

          Zwischendurch gewann Paulson auch mal Geld, als er 2013 auf Firmenübernahmen unter anderem in der Pharma- und Biotechnologie spekulierte. 2,3 Milliarden Dollar verdiente er in jedem Jahr. Doch entgegen stehen weitere Fehlinvestitionen, zum Beispiel in die Ölbranche, bevor der Ölpreis fiel. Im vergangenen Jahr verbot die Bank of America ihren Mitarbeitern gar, weiter Geld in seine Fonds zu stecken.

          Einer allerdings hielt fest zu Paulson: Donald Trump. Der ließ weiterhin einige Millionen von Paulson investieren, obwohl er von diesem Geld einiges abschreiben musste.

          Im Juni revanchierte sich Paulson: Während sich schon einige Größen der Geschäftswelt von Trump absetzten, lud Paulson mehrere andere Milliardäre zum großen Spendendinner für Trumps leere Wahlkampfkasse ein. Nicht alle der Gäste dieses Abendessens tauchen jetzt in Trumps Beraterliste auf. Paulson schon.

          Wahlkampf in Amerika : Trump will Steuersenkungen für Familien und Firmen

          Weitere Themen

          „Die Löhne müssen steigen“

          Wirtschaft nach Corona : „Die Löhne müssen steigen“

          Nach Corona sieht die Wirtschaft anders aus. Hier spricht der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, über knappe Fachkräfte, die steigende Inflation und kranke Kinder im Kindergarten.

          Topmeldungen

          Clemens Fuest ist seit 2016 Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung.

          Wirtschaft nach Corona : „Die Löhne müssen steigen“

          Nach Corona sieht die Wirtschaft anders aus. Hier spricht der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, über knappe Fachkräfte, die steigende Inflation und kranke Kinder im Kindergarten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.