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Doch kein Wechsel : Jörg Asmussen verpokert sich bei der KfW

Frankfurt oder Berlin? Für Jörg Asmussen ist der Arbeitsort ein sehr wichtiges Kriterium. Bild: dpa

Weil er mehr Zeit mit der Familie verbringen wollte, ging Jörg Asmussen von der Frankfurter EZB weg und heuerte im Berliner Arbeitsministerium an. Nun wollte Asmussen zur KfW wechseln, doch offenbar hatte er zu viele Sonderwünsche.

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          Jörg Asmussen geht überraschend doch nicht zur staatseigenen KfW. Die lange als sicher geltende Berufung des Sozialdemokraten kam in der Verwaltungsratssitzung der Förderbank am Mittwoch nicht zustande, weil er offenbar zu viele Sonderwünsche benannt hatte. Asmussen hatte seine bisherige Stelle als Staatssekretär im Arbeitsministerium bei Andrea Nahles (SPD) für den neuen Posten schon aufgegeben, sollte in der KfW erst Generalbevollmächtigter werden, um später das internationale Geschäft im Vorstand der KfW zu übernehmen. Die Berufung fiel aber aus. Asmussen macht Urlaub am Meer. Er selbst wollte sich am Mittwoch nicht äußern.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Ulrich Schröder wurde erwartungsgemäß bis 2020 verlängert. Zugleich gab der 63 Jahre alte Manager bekannt, dass die Ärzte bei ihm ein Lymphom gefunden hätten. In einem Brief an die Mitarbeiter, der dieser Zeitung vorliegt, erläuterte er, dass die Ärzte gute Heilungschancen sähen, er aber in nächster Zeit etwas kürzer treten werde. Vertreten soll ihn dann Günther Bräunig, dessen Vorstandsvertrag am Mittwoch bis zum Jahr 2021 verlängert wurde. Schröders ursprünglicher Vertrag hätte bis Ende 2017 gereicht. Mit der jetzigen Verlängerung wollten die beiden starken Männer im Verwaltungsrat, Wolfgang Schäuble (CDU) und Sigmar Gabriel (SPD), eine Nachfolgedebatte im Bundestagswahlkampf vermeiden.

          Für Gabriel wäre der Wechsel geschickt gewesen

          Für Gabriel wäre der Wechsel von Asmussen aus zwei Gründen geschickt gewesen: Er hätte einen SPD-Mann in der Führung der Förderbank KfW untergebracht, über die Berlin gerne Gutes für das Volk tut. Gleichzeitig konnte er im Arbeitsministerium Platz schaffen für seine Generalsekretärin Yasmin Fahimi. Die hat er ersetzt durch Katarina Barley. Asmussen bleibt nur der vorübergehende Ruhestand - mit 49 Jahren. Der Finanzfachmann hat seine Karriere im Bundesfinanzministerium begonnen. Dort hat er als SPD-Mann sogar noch als Staatssekretär für Schäuble gearbeitet, bevor er als Direktor zur Europäischen Zentralbank nach Frankfurt ging. Überraschend kehrte er der EZB nach kurzer Zeit den Rücken - um unter Andrea Nahles anzuheuern. Begründet hatte er das damals damit, dass er bei seiner Familie in Berlin sein wolle. Deshalb wollte er auch für die KfW von Berlin aus arbeiten. Aus Sicht einiger Beteiligter hat er damit sein Blatt überreizt. Dem Vernehmen nach hat die Finanzaufsicht Bafin die Dauerpräsenz von Asmussen in Berlin kritisch bewertet. Gabriel hat sich offenbar nicht für seinen Mann verkämpft.

          Einen Ersatzmann für das internationale Geschäft braucht die KfW nicht sofort. Norbert Kloppenburg, der bislang im Vorstand für die Sparte zuständig ist, ist noch bis Ende 2016 bestellt. Als neuen Risikovorstand berief der Verwaltungsrat Stefan Peiß, der bislang den Bereich Risikomanagement und -controlling geleitet hat. Ein Jahr lang hatte das Gremium vergeblich nach einer Frau für den Posten gesucht.

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