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Ivan Dikić : Preisgekrönter Krebsforscher aus Kroatien

Ivan Dikic - Der Professor für Biochemie an der Goethe-Universität Frankfurt gilt als einer der anerkanntesten Krebsforscher Deutschlands Bild: Rüchel, Dieter

Der gebürtige Kroate Ivan Dikić hat sich darauf spezialisiert zu erforschen, wie Krebs entsteht. Er wollte Krankheiten nicht nur behandeln, sondern wissen, warum manche Therapien wirken und andere nicht.

          Ivan Dikić trägt seine neue Heimat auf der Brust: „iGude“ steht auf seinem T-Shirt, ein hessischer Gruß ähnlich dem süddeutschen „Servus“ und dem norddeutschen „Moin“. Es ist offensichtlich: Der Mann, der schon in Zagreb, New York, Split und Uppsala geforscht hat, ist in Frankfurt angekommen.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dikić, 47, gebürtiger Kroate, wechselte 2002 an die Goethe-Universität. Dort forscht er zu einem Molekül, das wenig spektakulär klingt: Ubiquitin heißt es, weil es ubiquitär, also überall, im Körper zu finden ist. Tatsächlich aber hat Ubiquitin eine entscheidende Funktion: 60 Prozent des menschlichen Körpers erneuern sich innerhalb eines Monats. Ubiquitin markiert dabei die Proteine, die aus der Zelle entfernt werden müssen, weil sie Krankheiten verursachen können. „Ubiquitin ist der Beschützer der Zelle“, sagt Dikić.

          Wenn Ubiquitin nicht richtig funktioniert, können Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Parkinson entstehen. Dikić hat sich darauf spezialisiert zu erforschen, wie Krebs entsteht. Dazu arbeitet er eng mit dem Uniklinikum zusammen, auf dessen Gelände das Institut für Biochemie II angesiedelt ist, das er leitet. „Wenn wir die Krankheit verstehen wollen, müssen Medizin und Wissenschaft eng zusammenarbeiten“, sagt Dikić.

          Der Mann weiß, wovon er spricht: Dikić ist selbst zugleich ausgebildeter Mediziner und Biochemiker. Nach Studium und Promotion in Zagreb und New York musste er sich entscheiden, ob er Arzt werden oder in die Forschung gehen wollte. Dikić wusste schnell: Er wollte Krankheiten nicht nur behandeln, sondern wissen, warum manche Therapien wirken und andere nicht.

          Dikić entschied sich für die Forschung - und hat es damit ganz nach oben geschafft. Im März bekam er den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis, den wichtigsten deutschen Forschungspreis. Er ist Träger des Deutschen Krebspreises und erhielt als erster europäischer Wissenschaftler den AACR-Preis der amerikanischen Krebsforschungsgesellschaft American Association for Cancer. Mit dem Geld aus dem Leibniz-Preis will Dikić neue Geräte kaufen und weitere Mitarbeiter einstellen. Sie sollen ihn auch bei administrativen Aufgaben - Forschungsgelder beantragen, Berichte schreiben, Vorlesungen planen - unterstützen. „Das Beste an dem Preisgeld ist, dass es mir Zeit gibt“, sagt Dikić, der als unkompliziert gilt und mit seinen Kollegen im Labor gerne herumflachst. „Nur wenn man den Freiraum hat, kritisch über seine Forschung nachzudenken, kommt man voran.“

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