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Investmentbankerin : Dorothee Blessing verlässt Goldman Sachs

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Dorothee Blessing Bild: Christian Kielmann

Dorothee Blessing leitet das Investmentbanking von Goldman Sachs in Deutschland, Österreich und der Schweiz - aber nicht mehr lange. Sie will sich neu orientieren.

          Dorothee Blessing wird nach 20 Jahren Goldman Sachs den Rücken kehren. Die einzige Partnerin der amerikanischen Investmentbank mit deutschem Pass hat sich entschlossen, in der zweiten Hälfte ihres Berufslebens etwas anderes zu machen als bisher: Die 45 Jahre alte Ehefrau von Commerzbank-Chef Martin Blessing und Mutter von drei Töchtern hat Unternehmen wie Allianz, Henkel, TUI, Altana und Evonik darin beraten, wie sie Kapital beschaffen und Übernahmen finanzieren können. Blessing leitet derzeit zusammen mit Wolfgang Fink das Investmentbanking von Goldman Sachs in Deutschland und Österreich - also die Königsdisziplin des Bankgeschäftes bei einer der ersten Adressen überhaupt. Nun nimmt sie eine Auszeit, um sich beruflich neu zu orientieren. Fink wird dann das Investmentbanking von Goldman Sachs alleinverantwortlich leiten.

          Schon vor gut einem Jahr war Blessing Wunschkandidatin des Vorstandsvorsitzenden Thomas Rabe, der sie als Finanzvorstand zum Medienunternehmens Bertelsmann holen wollte. Blessing aber lehnte nach einigem Hin und Her einen Wechsel nach Gütersloh ab. Vor wenigen Tagen bekräftigte sie jedoch in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) ihre Offenheit für andere Branchen. Schließlich habe sie sich schon nach ihrem Studium in Paris und St. Gallen, wo sie ihren Ehemann Martin kennen gelernt hatte, vieles vorstellen können: „Nur nicht unbedingt, später in einer Bank zu arbeiten.“ Eines ihrer ersten Praktika habe sie in einem internationalen Kunstauktionshaus in London absolviert, erinnerte sie.

          Sie stellt gerne weibliche Talente ein

          Blessing widerspricht in dem Interview auch dem Eindruck, sie stamme aus einer Bankiersfamilie. Schließlich sei ihre Mutter Anwältin gewesen. Allerdings war ihr Vater Paul ein anerkannter Bankier, unter anderem Chef der Bank für Gemeinwirtschaft. Auch ihre Brüder Carl und Axel arbeiten im Finanzsektor. Axel Wieandt war Chef der Hypo Real Estate und zuvor lange für die Deutsche Bank tätig.

          Auch Dorothee Blessing hatte 2004 ein Intermezzo in der Deutschen Bank, das ihre anschließende Karriere bei Goldman Sachs beförderte. In der Öffentlichkeit ließ sie sich aber selten für erfolgreich abgeschlossene Transaktionen feiern. Am Herzen liegt ihr, weibliche Talente einzustellen. Auf die Frage der F.A.S., ob ihre Karriere, die 1992 als Finanzanalystin von Goldman Sachs begann und nun als Partnerin unter rund 400 Partnern in aller Welt endet, auch als Teilzeitkraft möglich gewesen wäre, antwortete Blessing: „Nein. Ich habe einmal für drei Monate Teilzeit gearbeitet, nach der Geburt meiner ersten Tochter, sonst immer Vollzeit.“ Sie versuche immer eine Backup-Lösung in der Hinterhand zu haben, um für Eventualitäten gewappnet zu sein. „Und natürlich geht es ohne Multitasking nicht.“

          Dass diese Frau sich auch die Aufgabe als Deutschland-Chefin von Goldman Sachs zugetraut hätte, darf man getrost vermuten. Doch dieser Posten ist mit Alexander Dibelius besetzt, und für Goldman nach London wechseln wollte Blessing nicht. Man darf gespannt sein, wo sie wieder auftaucht.

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