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Im Gespräch: Carsten Maschmeyer : Der Milliardär, der sich traut

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Es ist beim Abtreten solcher Verwertungsrechte anscheinend üblich, dass darin auch Filmrechte enthalten sind. Bewusst war mir das bisher nicht. Auch wenn ich heute privat der Filmbranche näherstehe, glaube ich nicht, dass es je zu einer Verfilmung kommen wird.

Wenn Sie auf Ihre Verlobte Veronica Ferres anspielen, dann klären Sie uns auf: Wird 2014 geheiratet? Sie hat jüngst gesagt, sie wisse, wen sie heirate, nur nicht wann und wo ...

Wir wissen, wen und inzwischen auch, wo. Die Frage nach dem Wann klären wir gerade mit der Familie und engen Freunden - ein paar Wochenenden stehen zur Wahl, alle 2014.

Sind Sie eigentlich schuld, dass Veronica Ferres sich jetzt auch als Produzentin betätigt? Haben Sie die Schauspielerin mit Ihrem Geschäftssinn angesteckt?

Nein, da trennen wir total. Das Modell „erfolgreicher Schauspieler gründet eigene Produktionsfirma“ verfolgen viele. Til Schweiger ist bekannt dafür. Veronica macht das schon sehr lange, aber nur in sehr reduziertem Maß.

Vom Glanz des Showbusiness zurück zum schnöden Finanzvertrieb: Wie sehr hängt Ihnen nach, dass manche Leute viel Geld verloren haben mit dem AWD?

Ich stelle gerne noch mal klar, dass die Kunden in allen Bereichen zufrieden waren und es nur bei den Immobilienfonds Probleme gab. Die Hersteller dieser Fonds haben ihre Garantien nicht eingehalten und Geld teilweise veruntreut. Zu Recht sind die Verantwortlichen daher inzwischen verurteilt, und einige sitzen im Gefängnis.

Stört dieser Ruf, wenn Sie Kunden für die Investmentfirmen der Maschmeyer-Holding suchen?

Nein, im Gegenteil. Wir werden immer häufiger gefragt: Können wir mitmachen?

2014 wird geheiratet: Maschmeyer mit seiner Verlobten Veronica Ferres

Ursprung der neuen Firma war Ihr Family Office, das nur Ihr eigenes Vermögen verwaltet hat.

Richtig. Wir wollten das anfangs nur für uns machen. Als andere merkten, wie gut es läuft, wurde die Nachfrage so groß, dass wir uns entschieden haben, auch andere Investoren aufzunehmen.

Wer übergibt Ihnen das Ersparte?

Wer zu uns kommt, kennt und vertraut uns; überwiegend vermögende Familien. Als Anleger lebt man im Moment mit einem Leidzins, mit „d“ geschrieben, unter dem alle leiden. Für die Ren(n)dite muss man rennen: mittlerweile schmilzt sogar Gold, das Sparbuch kann man sich sparen. Immobilienpreise sind übertrieben, viele der großen Aktientitel längst überteuert.

Den DAX-Rekorden ist nicht zu trauen?

Der Ballon ist aufgebläht. Sobald die Geldinfusionen durch die Zentralbanken aufhört, geht es nur noch um die Frage, ob die Luft langsam entweicht oder es einen lauten Knall gibt.

Also: Raus aus Aktien! Ist das Ihr Rat?

Wenn Sie Ihr Geld in einem Aktienfonds mit den großen Dax-Titeln haben oder in einem Indexfonds, sage ich klar: Verkaufen! Ich kenne viele Profi-Anleger und renommierte Ökonomen, die das tun, auch Topbanker sagen mir im Privaten: Carsten, ich gehe raus.

Wohin aber mit dem Geld?

Am besten in einzelne, noch unterbewertete Unternehmen, die noch nicht so bekannt sind und deshalb nicht der Börsenhysterie unterliegen.

Nach solchen Perlen suchen alle - deswegen sind die Preise ja jenseits von Gut und Böse.

Unser Paladin-Fonds, seit Anfang 2011 unterwegs, hat den Dax - immerhin auf historischem Höchstniveau - um 8 Prozent geschlagen. Das schaffen wir deswegen, weil wir dort suchen, wo es für Großinvestoren und Milliardenfonds zu klein und unüberschaubar ist. Wir beteiligen uns an kleinen und mittleren Firmen im deutschen Mittelstand, zum Beispiel der Fahrradfabrik Mifa oder der Maschinenfabrik Spaichingen.

Sie nehmen für sich in Anspruch, ein Näschen dafür zu haben, wie sich das Geld vermehrt: Wie erschnüffeln Sie, was Potential hat?

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