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Chefwechsel : Von Baumbach wird neuer Chef von Boehringer Ingelheim

Stabwechsel: Andreas Barner (links) übergibt an den bisherigen Finanzchef Hubertus von Baumbach Bild: dpa

Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim erlebt keine leichte Zeit: Nachahmermedikamente machen ihm zu schaffen, eigene Präparate blieben hinter den Erwartungen zurück. Nun soll es ein neuer Chef richten. Ob er die Dinge besser macht?

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          Boehringer Ingelheim wird künftig wieder von einem Mitglied der Eignerfamilie geführt. Unternehmensleiter Andreas Barner tritt zum 30. Juni ab und übergibt die Geschäfte an Hubertus von Baumbach, der momentan die Finanzen bei Deutschlands zweitgrößtem Pharmakonzern verantwortet. Barner wechselt in den Gesellschafterausschuss, wie Boehringer am Freitag weiter mitteilte.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Personalie hatte sich seit Längerem abgezeichnet, von Baumbach galt als wahrscheinlichster Nachfolger Barners und wurde schon in den vergangenen Jahren für diese Funktion aufgebaut. 2009 war er in die operative Führungsebene getreten.

          Periode mit Rückschlägen liegt hinter dem Unternehmen

          Boehringer setzt damit erstmals seit beinahe einem Vierteljahrhundert wieder auf einen Konzernchef aus der eigenen Familie. Als 1991 Hubertus Liebrecht starb, beschloss die Inhaberfamilie eine grundsätzliche Neuausrichtung: Sie übertrug die Führung auf eine Geschäftsleitung aus familienfremden Mitgliedern. Die beiden Familiestämme Boehringer und von Baumbach engagierten sich fortan in einem Gesellschafterausschuss, der vergleichbar einem Aufsichtsrat bei Aktiengesellschaften fungiert.

          Boehringer, viele Jahre vom Erfolg verwöhnt, hat  eine Periode mit Rückschlägen hinter sich. Wie jeder Anbieter von Originalpräparaten leidet das Unternehmen darunter, dass alte Kassenschlager das Patent verloren und damit dem Wettbewerb mit Nachahmerarzneien ausgesetzt sind.

          Unternehmensspezifisch ist aber die Schwierigkeit, dass Boehringer das nicht im geplanten Ausmaß  mit neuen Arzneien ausgleichen kann. Ein Hepatitis-C-Präparat kam nicht auf den Markt, weil ein neues amerikanisches Konkurrenzprodukt wirksamer ist. Und das neue Schlaganfallmittel Pradaxa bleibt mit seinem Umsatz hinter den Erwartungen zurück. In Amerika musste sich Boehringer auf einen teuren Vergleich einlassen, nachdem Patienten und Angehörige dort Nebenwirkungen von Pradaxa geltend machten. Hinzu kamen Produktionsmängel in einer Fabrik in Amerika, die die Gesundheitsbehörde FDA auf den Plan riefen.

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