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Herve Falciani : Schweiz erhebt Anklage gegen Bankdatendieb

  • Aktualisiert am

Herve Falciani auf einem Archivbild aus dem Jahr 2010 Bild: dpa

Dem flüchtigen Informatiker Herve Falciani wird in Abwesenheit der Prozess gemacht. Er soll Kontodaten von HSBC-Kunden an Behörden anderer Länder übermittelt haben.

          Die Schweiz hat gegen den mutmaßlichen Bankdatendieb Herve Falciani Anklage erhoben. Die Bundesanwaltschaft wirft dem ehemaligen Angestellten der britischen Großbank HSBC vor, Kontodaten von Kunden der Genfer HSBC-Tochter an die französischen und andere Behörden übermittelt zu haben. Der flüchtige Informatiker habe auch versucht, die Daten im Libanon zu verkaufen, erklärte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag. Falciani, der inzwischen in Frankreich lebt, müsse sich nun vor einem Schweizer Gericht verantworten. Möglich sei ein Verfahren in Abwesenheit des Angeklagten.

          HSBC wollte sich nicht äußern. Falciani war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. In der Vergangenheit hat sich der französisch-italienischer Doppelbürger in Medien aber dazu bekannt, Kundendaten seines ehemaligen Arbeitgebers kopiert und nach Frankreich mitgenommen zu haben. Geld sei für ihn nie im Spiel gewesen. Falciani sieht sich als Informant, der Regierungen hilft, gegen Steuersünder vorzugehen.

          Auch die deutschen Behörden haben CDs mit gestohlenen Kundendaten aufgekauft und sind so zahlreichen Steuersündern auf die Schliche gekommen, die Geld in der Schweiz versteckt hatten. Die Angst vor einer Aufdeckung hat zudem Tausende Selbstanzeigen ausgelöst.

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