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Haniel : Nächster Abgang beim Industriellen-Clan

  • -Aktualisiert am

Noch bei Celesio: Finanzvorstand Christian Holzherr Bild: Celesio

Nach dem Abschied von Eckhard Cordes bei Metro, gibt es auch auf der Baustelle Celesio Probleme für den Haniel-Konzern: Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wird Finanzvorstand Christian Holzherr den Pharmahändler verlassen.

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          Die Haniels, einer von Deutschlands wohlhabendsten Industriellen-Clans, kommen nicht zur Ruhe: In ihrem Imperium geht das muntere Vorstand-Wechsel-Dich-Spiel in die nächste Runde. Allmählich gehen die Top-Manager aus, und das geneigte Publikum verliert den Überblick über die Rochaden in dem intrigenreichen Familienkonzern.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In der hervorstechenden Haniel-Beteiligung, dem Handelskonzern Metro, ist die Führungsfrage derzeit komplett ungeklärt: Vorstandschef Eckhard Cordes regiert nur noch auf Abruf, sein Aufsichtsratsvorsitzender, der Haniel-Vorstand Jürgen Kluge, hat sein Amt ebenfalls zur Verfügung gestellt, um einen Neuanfang zu ermöglichen, wie er am vorigen Montag kundtat. Dem glücklosen Vorstandschef der Haniel-Holding ist damit die mit Abstand wichtigste Betätigung genommen, es bleibt als Baustelle Nummer zwei: Celesio, der Pharmahändler mit Sitz in Stuttgart, an dem Haniel etwas mehr als 50 Prozent der Anteile hält. Auch dort wirkt Jürgen Kluge als Oberkontrolleur, auch dort geht es drunter und drüber: Der Aktienkurs ist im Keller, der langjährige Vorstandsvorsitzende Fritz Oesterle wurde im Sommer unter großem Getöse vertrieben.

          Sein Nachfolger Markus Pinger, ein ehemaliger Beiersdorf-Mann, verliert nun seinen Finanzvorstand: Christian Holzherr heißt der Mann, Jahrgang 1963, ein erfahrener Finanzer - und so gut wie weg. Spätestens mit Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal am 10. November, womöglich noch früher, scheidet er aus, so ist in Stuttgart zu hören. Angeblich passte dem selbstbewussten Finanzvorstand die neue Linie bei Celesio nicht, die einen direkten Durchgriff des Großaktionärs Haniel bedeutet. Obwohl bis Ende April 2013 bestellt, sucht der Manager, der 2008 von ENBW gekommen war, nun das Weite - die Modalitäten über den Abschied Holzherrs sind bereits besprochen, ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

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