https://www.faz.net/-gqe-89dhl

Talkshow : Günther Jauch wehrt sich

Günther Jauch bei „Günther Jauch“. Im November läuft die letzte Sendung. Bild: Imago

Im November läuft die letzte Sendung von „Günther Jauch“ im Ersten. Über seine Zukunft wird wild spekuliert. Wer darf den Moderator künftig mieten?

          Bitte ordnen Sie folgende Antwortmöglichkeiten zur künftigen Tagesbeschäftigung von Günther Jauch, 59, der Wahrscheinlichkeit nach ein, beginnend bei der unwahrscheinlichsten:

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          a) Urlaub auf dem eigenen Weinberg an der Saar

          b) bei RTL um 20:15 Uhr, Sendung egal

          c) als Werbegesicht für Krombacher, Telekom und Co. oder

          d) als prominenter Redner auf Festen oder Galas, vermittelt von einer Münchner Redneragentur, die von sich selbst sagt, dass sie „für jeden Anlass die passende Persönlichkeit“ findet.

          Die Wahrheit ist: Wenn der wohl bekannteste und gleichzeitig beliebteste Fernsehmoderator in einem Monat die letzte Ausgabe seiner Talkshow bestritten hat und den umkämpften Sendeplatz am Sonntagabend an Anne Will zurückgibt, dann wird er seine Popularität nicht gleich verkaufen, um Reden zu halten.

          Bierbrauer und Telefon-Manager müssen sich noch gedulden

          Gegen die Redneragentur, die das behauptet hat in einem kürzlich verschickten Newsletter, habe Jauch sogar rechtliche Schritte eingeleitet, bestätigt seine Managerin: „Es existiert weder eine Zusammenarbeit noch überhaupt ein Kontakt mit dieser Firma.“ Und wie es aussieht, auch nicht mit den anderen bekannten Redneragenturen Deutschlands, die sich sonst gerne die Top-Promis hin- und herschieben. Denn die bestreiten alle, Jauch in ihren Karteien zu führen. Ganz weit hergeholt ist die Idee, Jauch als Redner anzubieten, allerdings nicht, schließlich hat Jauch vor elf Jahren schon einmal Privatveranstaltungen präsentiert, wie etwa eine Benefizgala für den Versandhändler Quelle. Das Wirtschaftsmagazin „Impulse“ schätzte die Gage für einen Auftritt des Moderators damals auf 80.000 Euro – kein schlechter Nebenverdienst.

          Doch auch in andere lukrative Verträge kehrt Jauch – vorerst zumindest - nicht zurück: Obwohl mehrere Angebote vorliegen, sei „noch offen“, ob der Moderator künftig Werbung präsentiert. So müssen sich die Bierbrauer und Telefon-Manager wohl noch etwas gedulden. Mit Beginn seiner Sonntagabendsendung „Günther Jauch“ vor vier Jahren hatte der Moderator alle Werbeverträge von Krombacher bis Telekom beendet. Zuvor war er immer wieder für diese Engagements kritisiert worden, wenngleich er immer betonte, dass er alle Werbeeinnahmen für gute Zwecke spenden würde.

          Jauch steht exklusiv RTL zur Verfügung

          Kritisiert wurde Jauch trotzdem weiter, etwa weil seine Sendeminuten in der ARD doppelt bis dreimal so viel kosteten wie die der Konkurrenz und der Sender 10,7 Millionen Euro im Jahr an Jauchs Produktionsfirma I&U TV überwiesen hat. Dieser Posten fällt nun weg in der Bilanz der Firma, der RTL-Anteil an Jauchs Umsatz wird steigen, doch der Kölner Sender war ohnehin bereits der größte Auftraggeber für die Produktionsfirma.

          I&U TV wird zwar weiterhin Sendungen für die Öffentlich-Rechtlichen produzieren, jedoch nicht mehr mit Jauch als Moderator. Der steht vorerst exklusiv dem Privatsender RTL zur Verfügung. Natürlich bei „Wer wird Millionär?“, der immer noch erfolgreichen Ratesendung, und den Shows „Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen alle“ und „5 gegen Jauch“, die auch im kommenden Jahr noch laufen werden. Weitere Programme seien möglich, aber zurzeit nicht geplant.

          Von den 45,9 Millionen Euro Umsatz, die Jauchs Firma im vergangenen Jahr eingenommen hat, sollte aber nach dem ARD-Abschied zumindest ein kleiner Urlaub drin sein. Es muss ja nicht zwingend der eigene Weinberg sein.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          Ein ICE als Bummelzug : Drei Stunden Frust im Waggon

          Immer wieder bleibt der ICE stehen. Mitten auf der Strecke zwischen Mannheim und Frankfurt. Aber warum? Wegen des Wetters? Wann geht es weiter? Antworten gibt es nicht, die Fahrgäste kommen sich vor wie Schafe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.