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Siemens-Korruptionsskandal : Griechische Justiz nimmt sich Pierer & Co. vor

Heinrich von Pierer war von 1992 bis 2005 Siemens-Chef. Bild: dpa

Mehrere Jahre nach der deutschen Justiz geht nun auch die griechische den Siemens-Korruptionsskandal an. Den Angeklagten drohen im schlimmsten Fall lange Haftstrafen.

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          Mit erheblichen Verzögerungen nimmt sich nun die griechische Justiz der in Deutschland abgeschlossenen Siemens-Korruptionsaffäre an. Damit rücken wieder Heinrich von Pierer als früherer Vorstandsvorsitzender, der ehemalige Konzernvorstand Volker Jung und der damalige Griechenland-Chef Michael Christoforakos in das Rampenlicht.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Im Freitag beginnenden Prozess in Athen wird unter anderem den Deutschen vorgeworfen, im Jahre 1997 knapp 70 Millionen Euro Schmiergeld gezahlt zu haben, um einen Auftrag vom griechischen Telekommunikationsunternehmen OTE zu erhalten. Insgesamt 76 Angeklagte stehen vor Gericht, OTE-Manager, Funktionäre der Parteien Pasok und Nea Demokratia – aber auch 13 ehemalige Manager und Mitarbeiter von Siemens.

          Pierer, Jung und Christoforakos werden nicht erscheinen, sondern durch Anwälte vertreten. Im Vorfeld der Anklage hatte die griechische Staatsanwaltschaft im Jahr 2012 unter anderem auch Pierer angehört, der seine Unschuld bekundet hatte.

          Beobachter halten den Prozess für umstritten und vor allem politisch motiviert. Denn schon in Deutschland wurden die Verfahren, in der auch der Korruptionsfall OTE behandelt wurde, gegen Pierer und Jung eingestellt. Der „Jahrhundertprozess“, wie er in Griechenland genannt wird, dürfte sich Jahre hinziehen und durch alle Instanzen gehen. Im schlimmsten Fall drohen den Angeklagten lange Haftstrafen.

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