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Goldman-Sachs-Banker : Risiko Scheidung

  • -Aktualisiert am

Die Liebe ist zerbrochen: Andrea und Alexander Dibelius. Bild: People Image, Dieter Rüchel, Montage FAS

Star-Banker Alexander Dibelius lässt sich scheiden - gerade dann kommen Berichte über seine Steuererklärungen an die Öffentlichkeit.

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          Das Paar schmückte jedes Hochamt der besseren Gesellschaft: Andrea und Alexander Dibelius, die Glamour-Frau und der Investmentbanker. Als Goldman-Sachs-Chef für Deutschland, Osteuropa und Russland hat Dibelius es zu sagenhaftem Ruf („ein Teufelskerl“) und ansehnlichem Wohlstand gebracht. In München hat das Paar die Thomas-Mann-Villa neu aufgebaut, als Rückzugsorte dienen Immobilien in London, Kitzbühel und St.-Tropez, wo in früheren Jahren zu rauschenden Festen geladen wurde.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Seit Sommer ist alles anders, die Ehe offenkundig zerbrochen. „Deutschlands teuerste Scheidung“, so die bunte Fachpresse, ist seither das Tuschelthema unter Frankfurts Bankern. Wie der „Spiegel“ berichtet, verlangt Andrea Dibelius mindestens 70 Millionen Euro - als ihren Anteil am Zugewinn des Bankers während der gemeinsamen Jahre. Alexander Dibelius wollte dies nicht kommentieren.

          Tatsache ist: Eine Trennung kann für Manager und Unternehmer teuer werden, besonders dann, wenn - wie im Fall Dibelius - ein Wohnsitz in Großbritannien vorliegt. In London kam es nach Scheidungen zu erheblichen Liquiditätsabflüssen, was einmal mehr beweist: Die Ehe ist ein Risiko, auch finanziell. Und die Wahrscheinlichkeit, dass der Schadensfall eintritt, steigt: Während die Zahl der Trauungen seit Jahren sinkt, hat sich die der Scheidungen mehr als verdoppelt. Auf zwei neue Ehen kommt heute eine Scheidung.

          Dann geht es häufig ruppig zu, bisweilen ziemlich schmutzig. Die Großverdiener Rupert Murdoch (Medien), Steven Spielberg (Film) und Jack Welch (General Electric) haben das nach ihren jeweiligen Trennungen leidvoll erfahren.

          Und so fällt es schwer, an einen Zufall zu glauben, wenn im Fall Dibelius ausgerechnet jetzt Berichte auftauchen, wie der Star-Banker private Immobiliengeschäfte steuersparend über die Karibik abgewickelt und in seiner Steuererklärung Rubel mit Dollar verwechselt hat. Weiteres Unheil fürchtend, hat Dibelius seine Anwälte losgeschickt, um vor Berichten auf Basis „rechtswidrig erlangter - höchst vertraulicher - Dokumente“ zu warnen, die „dritte Personen“ anbieten. Das klingt sehr nach Rosenkrieg.

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