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Gesetzlich Versicherte : Termin beim Hautarzt in 224 Tagen

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In Hessen müssen Kassenpatienten im Schnitt 27 Tage länger auf einen Termin beim Facharzt warten als Privatversicherte, ergibt eine neue Untersuchung. Bild: ddp

Kassenpatienten in Hessen warten viel länger auf einen Termin beim Facharzt als Privatpatienten. Fulda und Darmstadt schneiden in einem neuen Test besonders schlecht ab, eine andere Stadt überraschend gut.

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          Viele Kassenpatienten müssen offenbar weiterhin extrem viel länger auf einen Termin beim Facharzt warten als Privatversicherte. Auch die neuen Terminservicestellen, an die sich Patienten hilfesuchend wenden können, habe die Lage nicht verbessert, teilte die hessische Bundestagsabgeordnete Kordula Schulz-Asche (Grüne) an diesem Freitag mit, die eine entsprechende Untersuchung in Auftrag gegeben hatte.

          Im Schnitt hätten gesetzlich Versicherte bei dem in Hessen durchgeführten Test 38 Tage warten müssen und damit 27 Tage länger als Privatversicherte. Das Ergebnis sei noch schlechter als während eines ähnlichen Testlaufs im Jahr 2013.

          Extremfall in Fulda

          Für die Untersuchung wurden im April und Mai 370 Facharztpraxen zweimal hintereinander telefonisch um einen Termin gebeten - einmal für einen Kassenpatienten und einmal für einen Privatversicherten. Sieben Fachrichtungen wurden untersucht: die Bereiche Haut, Augen, Hals-Nasen-Ohren, Neurologie, Kardiologie, Radiologie und Orthopädie.

          Der größte Unterschied ergab sich in Fulda (41 Tage längere Wartezeit) sowie Hanau und Darmstadt (je 34 Tage mehr). Am geringsten war die Differenz in Frankfurt (17 Tage). Spitzenreiter sei ein Hautarzt aus Fulda gewesen, der dem Kassenpatienten einen Termin nach 224 Tagen angeboten hatte, dem Privatversicherten nach 7. Bei 20 bis 30 Prozent der Praxen habe die Versicherungsart dagegen keinen oder kaum einen Unterschied gemacht.

          Auch die im Januar eingerichtete neue zentrale Vergabe für Facharzttermine kommt in der Studie nicht gut weg: Von den 370 Praxen hätten nur zwei auf die Servicestelle hingewiesen. Die Grünen bezeichnen die Studie als repräsentativ. Pro Stadt beziehungsweise Region seien je nach Einwohnergröße 40 bis 70 Praxen angerufen worden.

          Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KV) hatte die Terminservicestellen bei einer ersten Bilanz im März ebenfalls scharf kritisiert. Die bundesgesetzlich vorgeschriebene Terminvergabe sei überflüssig, wie die geringe Nachfrage zeige. Die Einschätzung habe sich nicht geändert, sagte eine Sprecherin zur aktuellen Lage Anfang Juni.

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