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Früherer Arbeitgeber-Präsident : Klaus Murmann gestorben

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Klaus Murmann Bild: dpa

Klaus Murmann bestimmte zehn Jahre lang als Arbeitgeberpräsident den Kurs des BDA. Am Montag starb der fünffache Vater und passionierte Segler in Kiel.

          Er stammte aus einer Unternehmerfamilie, wollte eigentlich Diplomat werden - und stand dann später lange Jahre an der Spitze der Arbeitgeberverbände. Klaus Murmann, der am Montag in Kiel im Alter von 82 Jahren starb, setzte sich in seiner Amtszeit als BDA-Chef von 1986 bis 1996 für eine - wie er es nannte - „neue Sozialkultur“ im Interesse der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ein. Gewerkschafter sprachen eher von Sozialabbau zu Lasten der Arbeitnehmer. Im Gegensatz zu den harten Positionen gewann der passionierte Segler mit seinem freundlichen Wesen und seinem sozialen Engagement viele Sympathien.

          Seine wirtschaftspolitischen Ansichten hatten es allerdings oft in sich: Gewerkschaften sollten auf ihr Streikrecht verzichten. Arbeitnehmer sollten Kuren vom Urlaub abgezogen bekommen. Die Renten und der Arbeitgeberanteil der Krankenkassenbeiträge sollten eingefroren werden. 1987 sprach sich Murmann für mehr „Flexibilität“ des Kündigungsschutzes aus und empfahl, den Rahmen der betriebsbedingten Kündigungen auszuweiten.

          Für Kontroversen sorgte 1989 Murmanns Vorstoß, auch einen Teil der Löhne der jeweiligen Firmenkonjunktur anzupassen. Die zunehmenden technischen Möglichkeiten, Laufzeit der Maschinen und Arbeitszeit der Menschen zu entkoppeln, würden noch viel zu wenig genutzt. So sah er in Jahresarbeitszeiten einen wichtigen Ansatz für mehr Flexibilität.

          Doch Murmann, dem die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) 1997 mit dem Titel des Ehrenpräsidenten für seine Verdienste dankte, schätzte die Gewerkschaften trotz aller Provokation stets als Partner. Der Publizist Herbert Riehl-Heyse nannte den der CDU verbundenen Unternehmer einmal „die letzte Taube des Kapitals“.

          Der gebürtige Dortmunder Murmann stammte aus einer Unternehmerfamilie. Sein Vater war Inhaber einer Schiffskompressoren-Fabrik und baute die Jagdwaffenfabrik Sauer & Sohn auf. Als junger Mann hatte Klaus Murmann eigentlich die Diplomatenkarriere angestrebt. Mit Ende 20 trat er stattdessen in die Firma seiner Familie ein. 1969 übernahm er vom Vater eine US-Lizenz für Schiffsgetriebe und baute in Neumünster die Sauer Getriebe KG auf. Sie entwickelte sich zum Marktführer in Europa. Später folgte die Fusion der Unternehmensgruppe mit dem dänischen Unternehmen Danfoss. 1998 brachte Murmann die Firma Sauer Danfoss an die Börse.

          Auch als Stifter hatte Murmann Meriten. Schon als Verbandspräsident hatte er die Stiftung der Deutschen Wirtschaft mit dem nach ihm benannten Studienförderwerk aufgebaut. Der fünffache Familienvater - er war seit 1959 mit einer Ärztin verheiratet - spendete viel Geld, um bedürftigen Kindern eine tägliche Mittagsmahlzeit zu ermöglichen. „Klaus Murmann war ein vorbildlicher Mensch und Unternehmer, der sich immer auch zu seiner sozialen Verantwortung bekannt hat“, würdigte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) am Montag den Unternehmer.

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