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Frankfurter Golf Club : Anshu Jain muss warten

  • -Aktualisiert am

Will ordentliches Mitglied im Frankfurter Gold Club werden - Anshu Jain. Bild: AFP

Es ist nicht so einfach, Mitglied in einem deutschen Golf Club zu werden. Deutsche-Bank-Boss Jain hat zunächst eine Jahreskarte bekommen - nach bestandenem Bewerbungsgespräch.

          Die Sozialisierung des Deutsche-Bank-Bosses Anshu Jain in Deutschland schreitet voran: Seinen Lieblingsitaliener im Frankfurter Westend hat er gefunden, seine Steuern zahlt er pünktlich, und die Deutschkenntnisse, so berichten Investmentbanker aus dem nächsten Umfeld, sind besser als der Inder öffentlich erkennen lässt - ist angeblich taktisch klüger so.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auch sportlich rührt sich jetzt etwas: Anshu Jain, der Fitness-Fanatiker und bekennende Cricket-Fan, hat sich ein Feld für seine zweite große sportliche Leidenschaft, das Golfspiel ausgeguckt - und sich um Aufnahme in den Frankfurter Golf Club beworben. Das bestätigt Gesa Buring, die Präsidentin des Clubs, einer überaus ehrenwerten Institution in der Stadt mit 100 Jahren Geschichte (1913 gegründet von „bedeutenden Personen aus dem Frankfurter Großbürgertum“, wie es in der Vereinschronik heißt).

          Heute hat der Club 1300 Mitglieder, darunter etliche Banker. Früher war man eng verbandelt mit den „Grünen“ der Dresdner Bank, heute drehen auch Deutsch-Banker wie Rolf-E. Breuer oder Clemens Börsig, beide ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende des Konzerns, dort ihre Runden.

          Vorstufe zur Dauermitgliedschaft

          Das langwierige Aufnahmeritual jedoch gehorcht uralten Regeln - und duldet keine Ausnahmen, „auch nicht für führende Herren aus Politik und Wirtschaft“, wie Gesa Buring, die Präsidentin, versichert: „Das Prozedere ist für jeden gleich.“

          Das Regelwerk sieht zunächst ein Interview vor dem Aufnahmeausschuss vor, eine Art Bewerbungsgespräch also. Dies hat Jain bestanden. „Das war ein sehr sympathisches, sehr sportliches Gespräch“, berichtet Buring. „Anshu Jain ist ein sehr interessanter Mensch und ein toller Sportsmann. Ich hoffe, dass er bei uns bleiben wird.“

          Keine Frage: Der Deutsche-Bank-Chef wäre eine Zier für den Club. Trotzdem muss er warten, sich erst mal ein, zwei Jahre auf dem Golfplatz bewähren, ehe er sich als ordentliches Mitglied fühlen darf: „Als Vorstufe zur Dauermitgliedschaft hat er jetzt mal eine Jahreskarte“, sagt die Präsidentin. Mehr ist zunächst nicht drin.

          Die ersten Auftritte auf dem Grün waren jedenfalls vielversprechend, so berichten es Augenzeugen. Christian Strenger, DWS-Aufsichtsrat und ein Sportsfreund Jains, hat nach golferischer Begegnung mit ihm folgende Erkenntnis: „Anshu Jain ist ein trainierter Sportler und ziemlich guter Golfer. Mit seinem Handicap 13 bewegt er sich im oberen Golfer-Drittel“ - ohne freilich an Strenger selbst mit Handicap 5 heranzureichen. Bevor Jain aber sein Training intensivieren kann, hat er erst noch das ein oder andere Handicap in seiner Bank abzuräumen.

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