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Vorteile der Ehe : Lohnt es sich zu heiraten?

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Sie bietet den Eheleuten aber auch eine Reihe von praktischen Erleichterungen im Umgang mit den Behörden, die sonst mühsam in Partnerschaftsverträgen festgeschrieben werden müssen. Das betrifft etwa die Regelung des gemeinsamen Besitzes, die Altersvorsorge und Entscheidungsvollmachten im Falle von Krankheit oder Unfall – und das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder, das in der Ehe automatisch inbegriffen ist, während unverheiratete Eltern es nach der Geburt eigens beantragen müssen.

Die Geldgeschenke vom Staat aber gibt es nur für Verheiratete. Das klingt nach einer runden Sache, mit der Ehe lässt sich also tatsächlich Geld verdienen. Im Internet lässt sich dieser Vorteil sogar im Handumdrehen ausrechnen – genauso, wie man auf Online-Plattformen auch gleich die Scheidungskosten überschlagen, Strom- und Heizkosten vergleichen oder Hundefutterkosten berechnen kann. Und vor den finanziellen Unwägbarkeiten einer Scheidung schützt ein Ehevertrag. Warum es davon so wenige gibt, hat die Harvard-Absolventin Heather Mahar untersucht. Zunächst führen nach ihren Erkenntnissen verzerrte Wahrnehmung und Über-Optimismus zur „Betriebsblindheit“: Obwohl die Befragten mit der hohen allgemeinen Scheidungsrate vertraut waren, schätzten sie die Möglichkeit einer eigenen Scheidung auf nur knapp 12 Prozent. Der zweite Grund ist nicht minder romantisch: Einen Vertrag aufzusetzen, das gilt als ein schlechtes Omen, als Signal der Unsicherheit. 62 Prozent der Befragten schlossen sich dieser Einschätzung an und verzichteten darauf, das Thema mit dem Partner auch nur anzuschneiden.

Mehr als Steuersparmodell

Die Ehe ist aber, ökonomisch gesehen, nicht nur der rechtliche Rahmen für eine florierende Familien-Firma. Auch nicht nur ein staatlich abgesegnetes Steuersparmodell. Die Heirat hat darüber hinaus auch hohen symbolischen Wert als öffentliche „Verpflichtungserklärung“, die bindender ist als die nur privat geäußerten Treueschwüre von unverheirateten Partnern. Sie ist in diesem Sinn eine vom Staat mit dem Ziel initiierte und organisierte Lizenzvergabe, nicht den Zugang zu erschweren, sondern den Austritt – so beschreiben Richard Thaler und Cass Sunstein die Ehe, zwei renommierte amerikanische Verhaltensökonomen. Der Staat begegne damit einem Selbstkontrolle-Problem in der Bevölkerung, analysieren die beiden in Harvard und Chicago lehrenden Professoren: Es

fällt vielen Menschen schwer, sich dauerhaft und glaubhaft zu binden. Die Institution der Ehe bietet die Möglichkeit, der beiderseitigen Willensbekundung Nachdruck zu verleihen. Den Staat braucht es dafür nicht unbedingt, prinzipiell kann sowas auch ein privater Anbieter oder die Kirche übernehmen.

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