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Französische Großbank : Skandalhändler Kerviel bekommt 450.000 Euro Entschädigung

  • Aktualisiert am

Jérôme Kerviel hat seine Haftstrafe bereits abgesessen. Bild: Reuters

Der frühere Börsenhändler Jérôme Kerviel musste ins Gefängnis, weil er durch Spekulationen seinem ehemaligen Arbeitgeber einen Milliarden-Verlust eingebrockt haben soll. Gegen seine Entlassung aber hat er geklagt.

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          Im Streit mit seinem früheren Arbeitgeber Société Générale hat der französische Ex-Börsenhändler Jérôme Kerviel einen Sieg vor Gericht errungen: Das Pariser Arbeitsgericht sprach dem 39-Jährigen am Dienstag wegen unrechtmäßiger Kündigung durch die französische Großbank mehr als 450.000 Euro zu. Société-Générale-Anwalt Arnaud Chaulet sprach von einem „skandalösen“ Urteil und kündigte Berufung an.

          Der Fall Kerviel ist einer der größten Skandale der Finanzgeschichte: Die Société Générale hatte 2008 bekanntgegeben, wegen dessen
          Spekulationsgeschäften einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro gemacht zu haben. Die Société Générale entließ ihn deswegen. Kerviel wurde später unter anderem wegen Vertrauensmissbrauchs und Fälschung zu drei Jahren Haft und 4,9 Milliarden Euro Schadenersatz verurteilt. Frankreichs Oberster Gerichtshof kippte in der Folge aber den Schadenersatz. Kerviel argumentierte stets, seine Vorgesetzten hätten von seinen Geschäften gewusst, was die Bank bestreitet.

          Das Pariser Arbeitsgericht warf der Société Générale nun vor, sie sei schon lange vor Kerviels Entlassung über seine Aktivitäten informiert gewesen. So habe sie Kenntnis von fiktiven Finanzoperationen ihres Händlers im Jahr 2007 gehabt. Für eine Entlassung habe es deswegen keinen „wirklichen und ernsthaften Grund“ gegeben, urteilte das Gericht. Die Umstände der Entlassung seien zudem „demütigend“ gewesen.

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