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Ein neuer Haustier-Roboter : Der beste Freund eines Jungen

Am 11. Mai 1999 freut sich die Sony-Angestellte Yuko Nakatani über den damals neuen Roboterhund „Aibo“. Bild: AP

Sony will einen neuen Roboter erfinden, der zu emotionalen Beziehungen in der Lage sein soll. Das erinnert an einen Hund. Und an eine Geschichte eines der wichtigsten Science-Fiction-Autoren des 20. Jahrhunderts.

          „Wo ist Jimmy, Liebling?“, fragte Mr. Anderson. „Draußen im Krater“, antwortete Mrs. Anderson. „Kein Problem, Robbud ist bei ihm. - Ist er angekommen?“ „Ja, er ist in der Raketenstation und durchläuft die Tests. Wirklich, ich kann es kaum erwarten, ihn zu sehen. Ich habe keinen mehr gesehen, seit ich die Erde vor fünfzehn Jahren verließ; die Filma kann man nicht zählen.“ „Jimmy hat nie einen gesehen“, sagte Mrs. Anderson. „Weil er ein Mondgeborener ist und die Erde nicht besuchen kann, deswegen bringe ich einen hierher. Ich glaube, es ist der Erste, den es je auf dem Mond gegeben hat.“

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          So beginnt eine der vielen liebevollen Robotergeschichten des verstorbenen Science-Fiction-Autors Isaac Asimov. Sie trägt den Titel „Der beste Freund eines Jungen“ - gemeint ist damit ein Roboterhund namens Robbud, mit dem der kleine Jimmy seine Ausflüge auf dem Mond unternehmen kann, ganz ohne Eltern. Denn der Hund sorgt durch seine entsprechende technische Ausrüstung dafür, dass sich beide nicht verlaufen können und immer wieder nach Hause zurückfinden. Umso mehr erschreckt Jimmy, als seine Eltern es gut meinen, und sein Roboterhaustier durch einen echten Hund ersetzen wollen, den sie eigens von der Erde importieren.

          Asimov schrieb diese Geschichte im Jahr 1975. Jahrzehnte zuvor schon hatte er sich Gedanken darüber gemacht, wie das ist, wenn Menschen einmal Roboter erfinden und bauen können, mit denen sie schlussendlich in irgendeiner Form zusammenleben.

          Jahrzehnte später erfand der japanische Elektronikkonzern Sony tatsächlich einen Roboterhund, der es zu einiger Berühmtheit schaffte. Er hieß „Aibo“, Sony stellte ihn zwischen den Jahren 1999 und 2006 her - und der Roboterhund konnte im Rahmen seiner Möglichkeiten auf Zuneigung reagieren und emotionale Reaktionen seiner „Herrchen“ und „Frauchen“ hervorrufen. Dann stampfte Sony das Projekt ein, mangels Interesse.

          Weitere zehn Jahre später nun wagt sich der Konzern offenbar abermals daran, einen Roboter zu bauen, der vielleicht Spielkamerad sein kann. Konkretes ist öffentlich noch nicht bekannt, aber: Sony arbeite an einem Roboter, der „mit dem Kunden eine emotionale Beziehung“ eingehen könne, berichtet der Technik-Dienst Golem. Der Roboter solle aber in der Lage sein, Liebe und Zuneigung hervor zu rufen. Auch ob es wieder ein Hund sein wird, ist nicht klar.

          „Golem“ bezieht sich dabei auf ein neues Strategiepapier, das Sony in dieser Woche vorgestellt hatte und in dem von einem neuen Roboterprojekt die Rede ist. Und auch davon, dass der Konzern überhaupt im Bereich Robotik mehr tun möchte - nicht nur für Privatkunden, sondern auch für die Industrie. Klar dürfte auch sein, dass der neue Roboter aufgrund des großen technologischen Fortschritts sicher mehr können wird als „Aibo“. Ob er einmal so etwas wie der „beste Freund eines Jungen“ sein kann, bleibt vorerst allerdings reine Spekulation.

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