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Ecclestone-Schlüsselfigur im Verhör : „Strengen Sie Ihr Gedächtnis an“

Gerhard Gribkowsky Bild: dpa

Die Strategie der Ecclestone-Anwälte ist klar: Sie wollen, dass der wichtigste Zeuge Gerhard Gribkowsky möglichst unglaubwürdig rüberkommt. 

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          Für die Befragung des Zeugen Gerhard Gribkowsky hatte die Verteidigung nur noch 15 Minuten Zeit. Aber in diesen 15 Minuten an diesem Mittwoch wurde klar, worauf es die Anwälte des Angeklagten Bernie Ecclestone abgesehen haben: Der Hauptbelastungszeuge der Staatsanwaltschaft, der laut Anklage vom Formel-1-Boss mit 45 Millionen Dollar bestochen wurde, soll vor Gericht möglichst unglaubwürdig erscheinen.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Gribkowsky ist die Schlüsselfigur im Strafprozess vor dem Münchner Landgericht, auf ihn haben es Ecclestones Anwälte abgesehen. Auf die Frage von Verteidiger Sven Thomas, ob denn ein Treffen mit Vertretern der Formel-1-Teams Ende Januar 2006 am Flughafen in London, oder nicht doch eher am 26. Februar 2006 im Flughafenhotel Kempinski in München stattgefunden hatte, wollte Gribkowsky auf seine früheren Aussagen gegenüber der Staatsanwaltschaft verweisen. Sofort unterbrach ihn Thomas barsch: „Lösen Sie sich von dem, was Sie bei der Staatsanwaltschaft gesagt haben!“

          50 Millionen nicht im Vertrag

          Dies rief wiederum den Vorsitzenden Richter Peter Noll auf den Plan, der den Strafverteidiger aufforderte, den Zeugen „nicht in Verwirrung zu stürzen“. Es war ein Vorgeschmack, auf das, was vor dem Landgericht München am 30. Juli seine Fortsetzung findet.

          Erst dann wird Gribkowsky, der bereits drei Verhandlungstage lang gehört wurde, abermals vor Gericht erscheinen müssen. „Ich habe das Gefühl, die Verteidigung hat noch Fragen“, sagte Richter Noll nach den kurzweiligen 15 Minuten, in denen Ecclestones Leute zu Wort gekommen waren.

          In den Stunden davor hatte Gribkowsky auf Fragen von Richter und Staatsanwälten einmal mehr das bestätigt, was in der Anklage Ecclestone vorgeworfen wird. Als die Bayern LB ihre Formel-1-Anteile im Jahr 2006 verkaufen wollte, habe Ecclestone um seinen Chefposten gefürchtet und Gribkowsky bestochen, der damals Vorstand der Landesbank war und den Verkauf ganz im Sinne des Briten steuerte.

          In großen Zügen erinnerte sich Gribkowsky gut, in Details offenbarte er Schwächen. Seine Forderung gegenüber Ecclestone von 50 Millionen Dollar habe er in einem Beratervertrag erhoben. Als Richter Noll das fragliche Dokument vorlegt, findet sich darin keine solche Zahl.

          „Strengen Sie Ihr Gedächtnis an“, forderte Noll den Zeugen auf. Der entschuldigte sich. Seine Erinnerung sei an diesen Vertrag gekoppelt. So musste Gribkowsky einräumen, dass die 50 Millionen Dollar wohl eher auf ein Gespräch zurückgingen, dass er mit einem Vertreter von Ecclestones Familienstiftung geführt hatte. Fortsetzung folgt.

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