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Die Gründer von Instagram : „Völlig aus dem Häuschen“

Kevin Systrom (rechts) und Mike Krieger Bild: PETER DASILVA/The New York Times

Kevin Systrom und Mike Krieger erleben mit Instagram einen phänomenal schnellen Zahltag - eine weitere Silicon-Valley-Märchengeschichte. Dabei ist die Karriere der beiden nicht ganz so radikal verlaufen wie etwa diejenige des Studienabbrechers Zuckerberg.

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          Vor knapp einem Jahr plagten Kevin Systrom noch Zweifel, ob er den richtigen Weg eingeschlagen hat. In einem Interview mit der Zeitschrift „Fast Company“ blickte Systrom mit etwas Bedauern auf das Jahr 2004 zurück, als sich seine Wege zum ersten Mal mit denen Mark Zuckerbergs gekreuzt hatten. Zuckerberg hatte in jenem Jahr selbst gerade Facebook mitgegründet, und er wollte Systrom anheuern, der damals an der Stanford-Universität im kalifornischen Silicon Valley studierte. „Leider habe ich mich entschieden, dass ich an der Uni bleiben wollte“, sagte Systrom in dem Interview und fügte wehmütig hinzu, wie gerne er in den darauffolgenden Jahren Teil der Wachstumsgeschichte von Facebook gewesen wäre.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Zum Nachtrauern besteht wahrlich kein Anlass mehr, nachdem Systrom nun ein weiteres Mal auf Zuckerberg getroffen ist: Systrom hat in der Zwischenzeit zusammen mit Mike Krieger seine eigene Gründerkarriere mit dem Fotodienst Instagram gemacht, der Facebook nun die mit Abstand größte Akquisition seiner Geschichte wert ist. Das soziale Netzwerk zahlt 1 Milliarde Dollar in bar und eigenen Aktien für Instagram und macht damit die beiden Gründer schlagartig reich. Systrom hält nach Schätzungen der Zeitschrift „Wired“ einen 40-Prozent-Anteil an Instagram, der Verkauf würde ihm somit 400 Millionen Dollar bescheren. Krieger gehören den Schätzungen zufolge 10 Prozent.

          Bereits für etablierte Technologieadressen gearbeitet

          Es ist ein phänomenal schneller Zahltag für Systrom und Krieger - und eine weitere Silicon-Valley-Märchengeschichte über ein paar junge Internetstars, die in kürzester Zeit zu großem Reichtum gelangt sind. Dabei hat die Karriere der beiden Instagram-Gründer einige eher konventionelle Elemente und ist nicht ganz so radikal verlaufen wie etwa diejenige des Studienabbrechers Zuckerberg. Sowohl Systrom als auch Krieger haben ihr Stanford-Studium abgeschlossen, und sie haben zwischenzeitlich für etablierte Technologieadressen gearbeitet, bevor sie ihre eigene unternehmerische Erfolgsgeschichte geschrieben haben.

          Der heute 28 Jahre alte Systrom hat 2006 seinen Wirtschafts- und Ingenieurabschluss in Stanford gemacht. Schon während seines Studiums hat er an einem Fotodienst mit dem Namen Photobox gearbeitet, in diesem Zusammenhang wurde Mark Zuckerberg auf ihn aufmerksam. Systrom machte außerdem ein Praktikum bei Odeo, das kalifornische Unternehmen, aus dem später der Kurznachrichtendienst Twitter hervorging. Nach seinem Studium heuerte Systrom zunächst einmal beim Internetkonzern Google an, wo er unter anderem am E-Mail-Dienst Gmail arbeitete. Zwei Jahre blieb er bei Google und wechselte dann zu einem Internetdienst für Reiseempfehlungen, bis er schließlich sein eigenes Unternehmen mit dem Namen Burbn gründete, eine mobile Plattform zum Austausch von Inhalten. Burbn war kein durchschlagender Erfolg, aber die Fotofunktion des Dienstes war sehr populär - und daraus entstand schließlich die Idee für Instagram. Zur Gründung von Instagram tat sich Systrom mit Mike Krieger zusammen, der 2008 ein Computerwissenschaftsstudium in Stanford erfolgreich absolviert hatte. Krieger arbeitete zunächst einmal für das kleine Internetunternehmen Meebo, bevor er sich Systrom anschloss.

          Ehrengast in der Loge von Michelle Obama

          Systrom ist der Vorstandsvorsitzende von Instagram und das öffentliche Gesicht des Unternehmens. Krieger ist für die technische Seite zuständig. Allerdings hatte auch er kürzlich einen sehr öffentlichkeitswirksamen Auftritt: Er war Ehrengast in der Loge von Michelle Obama, als deren Mann, der amerikanische Präsident Barack Obama, im Januar seine Rede zur Lage der Nation hielt. Dort saß Krieger unter anderen mit Laurene Powell Jobs, der Witwe von Apple-Mitgründer Steve Jobs. Als gebürtiger Brasilianer war Krieger eingeladen worden, weil Obama mit ihm auf die Notwendigkeit einer Reform der Einwanderungsgesetze hinweisen wollte, um es Ausländern zu erleichtern, in den Vereinigten Staaten Unternehmen zu gründen.

          Systrom und Krieger wollen nun offenbar zunächst einmal mit zu Facebook wechseln: „Wir sind völlig aus dem Häuschen, uns Facebook anzuschließen“, schrieb Systrom im Unternehmensblog. Freilich ist es nach ihrer Erfolgsgeschichte mit Instagram gut denkbar, dass es sie irgendwann wieder juckt, ein neues Unternehmen zu gründen.

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