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Deutschland baut Schulden ab : Läuft die Schuldenuhr jetzt rückwärts?

Und sie läuft, und läuft, und läuft. Die Schuldenuhr. Bild: dapd

Zum ersten Mal seit 64 Jahren baut der deutsche Staat seine Schulden ab. Doch was wird nun aus der berühmten Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler?

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          Seit zehn Jahren tickt sie tagein und tagaus: Die Schuldenuhr des Bundes der Deutschen Steuerzahler. Die Uhr hängt über dem Hauseingang der Französischen Straße 9 in Berlin, dem Sitz der Lobbyorganisation. In tiefroten, leuchtenden Ziffern prangert sie die stetig steigende Staatsschuld an, aktuell sind es 2,04 Billionen Euro. Sie zeigt sowohl die prognostizierte Staatsverschuldung als auch die Zunahme pro Sekunde.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch am Donnerstag geschah etwas Neues: Das erste Mal seit 1950, seit 64 Jahren, gelang es Deutschland, Schulden abzubauen. Es war zwar nur eine Rückzahlung von 30 Milliarden, also rund 1,5 Prozent, aber trotzdem ein kleiner Erfolg. Denn die Staatsschulden sind aus der Mode gekommen. Doch läuft die Steuerzahler-Uhr nun rückwärts?

          Die Antwort ist ein eindeutiges: Jein. Denn der Schuldenrückgang basiert nicht auf der großen Sparsamkeit der Politiker. Er wurde größtenteils durch Sondereffekte verursacht. So sind die staatlichen Bad Banks einen Teil ihrer Giftpapiere losgeworden, was die Sonderhaushalte entlastet. Doch eben diese Sondereffekte kann der Steuerzahlerbund nicht prognostizieren.

          Die aktuelle Schuldenuhr ist reine Spekulation. Der Bund der Steuerzahler schaut auf die Neuverschuldung des vergangenen Jahres und die voraussichtliche Kreditaufnahme im laufenden Jahr. Aus der festen Größe der Staatsverschuldung vom vergangenen Jahr wird die voraussichtliche Neu-Kreditaufnahme addiert und in Verschuldung pro Sekunde angegeben. Wenn die Staatsverschuldung dann sinkt, wird einfach die große Summe manuell verändert.

          So lange also die Primärhaushalte nicht ausgeglichen sind, wird die Uhr fleißig weiter vor sich hinlaufen und ab und zu manuell ausgeglichen werden. Doch was, wenn es den Politikern einmal gelingt, tatsächlich die Schulden der Haushalte abzubauen? Dann sei es auch technisch möglich, dass die Schuldenuhr wieder rückwärts läuft, sagt der Steuerbund. Doch beim aktuellen Schuldenstand wird es wohl noch sehr, sehr lange dauern, bis die Schuld abgebaut sein wird. Sollte der Staat von nun an jedes Jahr 30 Milliarden zurückzahlen – was schon unwahrscheinlich genug ist – , wird die Uhr erst im Jahr 2080 auf Null stehen.

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