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Deutsche-Bank-Chef Fitschen : Pech mit der Aufsicht, Glück mit der Anwerbung

  • -Aktualisiert am

Jürgen Fitschen Bild: Röth, Frank

Die Deutsche Bank hat neuen Ärger mit der Finanzaufsicht: Die Finanzaufsicht will Akten über Co-Chef Jürgen Fitschen prüfen. Besser läuft es für Fitschen im Versuch, Frauen für die Führung der Bank zu gewinnen.

          Die Deutsche Bank hat neuen Ärger mit der Finanzaufsicht: Ko-Vorstandschef Anshu Jain hat für den Libor-Skandal schon einen Tadel erhalten – in Form eines „missbilligenden Schreibens“, wie die unterste Stufe des Rügeverfahrens heißt.

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nun gerät sein Partner an der Doppelspitze, Jürgen Fitschen, unter verschärfte Beobachtung der Bankenaufseher: Schuld ist der Streit mit den Erben von Filmhändler Leo Kirch. Deswegen wird auch gegen den Zeugen Fitschen – wie gegen diverse ehemalige Vorstände der Deutschen Bank – wegen des Vorwurfs des Prozessbetrugs ermittelt. Dies hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht aufgeschreckt, wie aus einem dieser Zeitung vorliegenden Brief hervorgeht.

          Darin bittet Abteilungspräsidentin Frauke Menke die Staatsanwaltschaft München um Einsicht in die Akten, „um beurteilen zu können, ob sich möglicherweise bankenaufsichtlicher Handlungsbedarf“ ergibt. Im Klartext: Ob das Verfahren Zweifel an „Zuverlässigkeit und fachlicher Eignung“ des Bankers weckt. In ihrer Antwort führt Oberstaatsanwältin Christiane Serini aus, was dem „Beschuldigten Fitschen“ konkret zur Last gelegt wird: „versuchter mittäterschaftlicher Betrug in einem besonders schweren Fall“ nämlich.

          Die Deutsche Bank wollte auf Anfrage das „laufende Verfahren nicht kommentieren“. Fitschen selbst zeigte sich auf der Bilanzpressekonferenz am vorigen Mittwoch zuversichtlich, dass es nicht zu einer Anklage gegen ihn kommt: „Ich habe weder gelogen, noch betrogen.“ Wie lange die Ermittlungen noch dauern werden, das vermögen die Behörden in München nicht zu sagen.

          Mehr Fortune hat Jürgen Fischen in seinem Streben, Frauen für Führungspositionen der Bank zu gewinnen. Am Montag wird der Konzern eine hochkarätige Neuverpflichtung aus der Schweiz präsentieren: Star-Bankerin Barbara Rupf Bee, Jahrgang 1963, wird Vetriebschefin Europa/Naher Osten/Afrika in der Vermögensverwaltung des Konzerns – dem Bereich, der dem Vorstand gegenwärtig die meiste Freude macht.

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