Christine Lagarde :
Die Auserwählte

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Christine Lagarde wühlte sich in Akten ein und befolgte brav die Anweisungen aus dem Elysée: So überlebt man in Frankreichs Politik
Plötzlich lieben sie alle: Frankreichs Ministerin Christine Lagarde ist die Kandidatin des Westens für den Chefposten des IWF. Managern und Politikern verdreht sie den Kopf.

Fragt man Kommunikationsberater von Christine Lagarde nach einer Schwäche ihrer Chefin, dann verweisen sie schnell auf ihre Vorliebe für edlen Behang: „Der Schmuck, immer dieser Schmuck!“ Auch am vergangenen Mittwoch wieder, als sie vor der Presse ihre Kandidatur für den Spitzenposten des Internationalen Währungsfonds (IWF) ankündigte, blinkte es unter den Ohrläppchen und auf dem Hals. Lagarde steht zu ihrer Leidenschaft für schöne Steine: „Es berührt mich wirklich, dass so viel Schönheit so lange im Fels verschlossen bleiben kann und dass das Ganze dann durch Menschenhand – Zuschneiden und Einfassen – so viel Eindruck macht“, verriet sie französischen Journalisten. Da mögen die Imageexperten noch so oft daran erinnern, dass man in der französischen Politik besser nicht so edel daherkommt – die 55 Jahre alte Lagarde hört nicht auf, sich zwar dezent, aber sichtbar zu schmücken. „Warum soll ich mich verkleiden?“, sagte sie einmal.

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