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Schadenersatzprozess : Boni-Verfahren gegen Middelhoff neu aufgerollt

  • Aktualisiert am

Thomas Middelhoff ist vom Landgericht Essen in einem Strafprozess zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Bild: dpa

Seit er in einem Strafprozess zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, sitzt der frühere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff in Untersuchungshaft. Mit dem Insolvenzverwalter des pleite gegangenen Unternehmens streitet er weiter in einem Zivilprozess: Streitpunkte sind Boni und Charterflüge.

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          Das Oberlandesgericht Hamm rollt den Rechtsstreit zwischen dem ehemaligen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff und dem Insolvenzverwalter der einstigen Karstadt-Muttergesellschaft neu auf. Der 8. Zivilsenat sehe in dem Streit um Flugkosten und Boni noch offene Fragen und trete daher in die Beweisaufnahme ein, teilte das Gericht an diesem Mittwoch mit.

          Die Kammer erließ im Revisionsverfahren einen sogenannten Hinweis- und Auflagenbeschluss, nach dem der „dienstliche Charakter“ der strittigen Flüge zu klären sei. Der Arcandor-Insolvenzverwalter hatte auf Rückzahlung ungerechtfertigter Boni und Privatflüge auf Firmenkosten geklagt. Middelhoff und der Insolvenzverwalter erhalten nun bis Anfang Februar Gelegenheit, ihre jeweiligen Beweise zu konkretisieren, sagte ein Gerichtssprecher. Danach sollten Zeugen gehört werden.

          Das Essener Landgericht hatte im dem Zivilverfahren den ehemaligen Spitzenmanager zur Zahlung von 3,4 Millionen Euro verurteilt. Demnach hatte Arcandor hohe Boni an Middelhoff ausgeschüttet, obwohl feststand, dass der Manager den Warenhaus- und Tourismuskonzern verlässt.

          Zudem erkannte das Gericht „keinen dienstlichen Anlass“ im Falle mehrerer teurer Flüge in gecharterten Jets, die Middelhoff Arcandor in Rechnung gestellt hatte. Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller hatte bereits angekündigt, den Rechtsstreit notfalls bis zum Bundesgerichtshof zu treiben.

          Wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung und Untreue war Middelhoff bereits im November - im Strafprozess - vom Landgericht Essen wegen Untreue zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt und noch im Gerichtssaal festgenommen worden. Wegen Fluchtgefahr sitzt der 61 Jahre alte frühere Top-Manager, der seinen Wohnsitz in Südfrankreich hat, seitdem in Untersuchungshaft. Dagegen legten die Anwälte Middelhoffs Beschwerde ein, mit der sich ebenfalls das Oberlandesgericht Hamm befassen muss.

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