https://www.faz.net/-gqe-7o10s

Blythe Masters : Queen der Wall Street verlässt JP Morgan

  • Aktualisiert am

Blythe Masters Bild: AP

Blythe Masters ist eine der wenigen Frauen in der Männerwelt der Wall Street. Sie half, durch die Krise in Verruch geratene Finanzprodukte zu entwickeln. Nun nimmt sie ihren Hut.

          Nach dem Verkauf von Teilen ihres ausländischen Geschäfts wird die Bankmanagerin Blythe Masters die amerikanische Großbank verlassen. Damit verlässt eine der prominentesten Frauen der Wall Street nach 27 Jahren die Bank. Blythe gilt als eine Vorreiterin bei der Entwicklung von Kredit-Derivaten, die im Zentrum de Finanzkrise standen.

          Die Engländerin hatte Ende der achtziger Jahre als 18-Jährige bei der Bank als Praktikantin in London angefangen. Nach ihrem Abschluss in Volkswirtschaftslehre am Trinity College in Cambridge wurde sie als Rohstoffhändlerin angestellt, arbeitete bald in New York und stieg dort im Laufe der Jahre zur Leiterin des globalen Rohstoffgeschäfts auf. Sie arbeitete in den neunziger Jahren mit an der Entwicklung von sogenannten Kreditausfallversicherungen und  „Collateralized Debt Obligations“, umstrittenen Finanzprodukten, die später in der Finanzkrise in Verruf geraten sollten.

          Den Abgang der prominenten Managerin teilte Bankchef Jamie Dimon  in einem internen Schreiben mit. Masters habe die Bank „über ihre Absicht informiert, die Firma zu verlassen, sich eine wohlverdiente Auszeit zu nehmen und künftige Möglichkeiten zu erwägen”, heißt es in dem Schreiben.

          Die 45-Jährige wird aus der New Yorker Bank ausscheiden, nachdem sie mitgeholfen hatte, den Verkauf des physischen Rohstoffgeschäfts an die Genfer Mercuria Energy Gruppe für 3,5 Milliarden Dollar abzuschließen. Mit dem Geschäft, das vergangenen Monat angekündigt wurde, steigt die amerikanische Bank aus Branchen wie Erdölerzeugnissen aus - nicht zuletzt auf Druck der Regulierer. Ein Nachfolger für das verbleibende Rohstoffgeschäft soll in Kürze verkündet werden.

          JP Morgan hatte im März mitgeteilt, auch weiterhin Dienstleistungen und Produkte im Zusammenhang mit Rohstoffen anzubieten - darunter Finanzierungen, Market-Making sowie Lagerung von und Handel mit Edelmetallen.

          Weitere Themen

          Was ging schief in Venezuela? Video-Seite öffnen

          Wirtschaft am Abgrund : Was ging schief in Venezuela?

          Den Menschen in Venezuela fehlt es an allem. Die Versorgung mit Lebensmitteln oder Medikamenten ist katastrophal, ständig fällt der Strom aus und aktuell wird das Benzin knapp - in einem der erdölreichsten Länder der Welt. MADE sucht nach Ursachen.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.