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Amazon-Gründer : Jeff Bezos spielt einen Außerirdischen im Kino

Jeff Bezos Bild: AP

Der Amazon-Chef hat einen Gastauftritt im neuen „Star Trek“-Film. Sein Einsatz am Drehort sorgte für Rummel.

          Jeff Bezos war schon als kleiner Junge vom Weltraum fasziniert. Besonders die Fernsehserie „Star Trek“, die in Deutschland „Raumschiff Enterprise“ hieß und aus der später auch eine Kinoreihe wurde, hatte es ihm angetan. Der Vorstandsvorsitzende des Online-Händlers Amazon.com hat einmal erzählt, wie er mit zwei Freunden fast jeden Tag „Star Trek“ spielte und dabei immer gestritten wurde, wer in die Rolle von Captain Kirk und von Mr. Spock schlüpfen darf. Heute ist die Raumfahrt sein Zweitberuf. Neben Amazon führt Bezos auch das Raumfahrtunternehmen Blue Origin. In der Zentrale von Blue Origin in der Nähe von Seattle steht ein Modell des Raumschiffs Enterprise.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Jetzt wurde Bezos’ Kindheitstraum wahr, denn im jüngsten „Star Trek“-Film hat er eine Gastrolle. In „Star Trek Beyond“ spielt er einen Außerirdischen, und sein Name taucht im Abspann auf. Regisseur Justin Lin erzählte der Nachrichtenagentur „Associated Press“, Bezos habe großen Spaß an den Dreharbeiten gehabt und seine drei Szenen perfekt gemeistert. Und offenbar sorgte sein Einsatz für großen Rummel am Drehort. „Es war wie ein Präsidentenbesuch,“ sagte Lin. Chris Pine, der in dem Film Captain Kirk spielt, sagte, Bezos sei mit neun Bodyguards und drei Stretchlimousinen gekommen. „Ich hatte keine Ahnung, wer er war. Keinen blassen Schimmer. Aber er war offensichtlich sehr wichtig.“ Der Film kommt am Donnerstag in die deutschen Kinos.

          Sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin hat Bezos schon 2000 gegründet, nur fünf Jahre nach Amazon. Um die Aktivitäten von Blue Origin hat er lange ein großes Geheimnis gemacht. Erst in jüngster Zeit, da Blue Origin sich verstärkt um Raumfahrtaufträge bemüht, wagt sich das Unternehmen auch verstärkt an die Öffentlichkeit.

          Blue Origin gehört zu einer Gruppe aufstrebender Unternehmen, die die Privatisierung der amerikanischen Raumfahrt vorantreiben. Ein anderes Beispiel ist Space X, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, der nebenher auch den Elektroautohersteller Tesla führt. Zwischen Bezos und Musk hat sich eine Rivalität entwickelt. Blue Origin schaffte es zum Beispiel im vergangenen Herbst, eine Rakete wieder erfolgreich auf die Erde zurückzubringen. Musk gelang dies erst kurze Zeit danach, aber er hat darauf hingewiesen, dass Blue Origin nur bis zur Grenze des Weltraums und damit nicht so weit wie Space X fliegt, was eine Rückkehr der Rakete einfacher mache. Space X hat erst am Montag zum mittlerweile fünften Mal eine Rakete erfolgreich auf die Erde zurückgeholt.

          „Star Trek“ beeinflusst Bezos derweil nicht nur bei Blue Origin, sondern auch bei Amazon. Der Zeitung „Washington Post“, die ihm ebenfalls gehört, sagte er einmal, der für seine intelligenten Antworten bekannte Computer aus der „Star Trek“-Reihe sei Inspiration für den Amazon Echo gewesen. Der Echo ist ein digitales persönliches Assistenzsytem in Form eines Lautsprechers. Das Gerät verkauft sich in Amerika glänzend, in Deutschland ist es noch nicht auf dem Markt.

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