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Abfindung : Siemens verabschiedet Löscher mit 17 Millionen Euro

Peter Löscher Bild: dpa

Der frühere Siemens-Chef Peter Löscher erhält nach seinem vorzeitigen Abgang insgesamt rund 17 Millionen Euro Abfindung. Sein Vertrag wäre eigentlich noch einige Jahre gelaufen.

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          Peter Löscher und Peter Solmssen gehörten seit ihrem Eintritt in den Vorstand der Siemens AG 2007 zu den best bezahlten Managern im Konzern. Gewissermaßen als Höhepunkt zum Abschluss ihrer Karriere bei dem Münchner Technologieunternehmen hat sich das in exorbitant hohen Abfindungen niedergeschlagen. Der Ende Juli ausgeschiedene Vorstandsvorsitzende Löscher kassiert insgesamt 17 Millionen Euro. Mit der „vorzeitigen einvernehmlichen Beendigung der Vorstandstätigkeit“ gebe es für ihn eine Ausgleichzahlung von 14,8 Millionen Euro sowie einen einmaligen Sonderbetrag aus Pensionzusagen von 2,2 Millionen Euro, heißt es im Geschäftsbericht 2012/2013 (30. September), der Mittwoch veröffentlicht wurde.

          Hohe Abfindungen auch für Solmssen und Ederer

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Darin steht nicht, wie viel Peter Solmssen erhält. Der scheidet als Rechtsvorstand zum Ende des Jahres im gegenseitigen Einvernehmen aus, wie der Aufsichtsrat gestern beschlossen hat (F.A.Z. vom 25. November). Er wird insgesamt etwa 8 Millionen Euro erhalten; knapp 7 Millionen Euro Ausgleichszahlung und 1 Millionen Euro Pensionsansprüche. Darin sind die Aktien aus den Zuteilungsprogrammen im Zuge der variablen Vergütung noch nicht enthalten. Allein aus Aktienverkäufen hatte Solmssen, ein gebürtiger Amerikaner, vor zwei Wochen 5,5 Millionen Euro erzielt. Die Höhe seiner Abfindung lässt sich aus dem von Siemens festgelegten Reglement ableiten, wonach maximal zwei Jahresbeträge ausgezahlt werden, unabhängig von der noch verbleibenden Vertragsdauer. Für Löscher und Solmssen liefen die Verträge noch bist Ende März 2017. Insgesamt zahlt Siemens Abfindungen von rund 31 Millionen Euro. Denn auch Brigitte Ederer, die im September als Personalvorstand zurücktrat, erhält insgesamt einen Ausgleich von 6,5 Millionen Euro.

          Ob sich solche hohen Zahlungen künftig wiederholen können, ist fraglich. Wie aus dem Vergütungsbericht hervorgeht, wird es eine Reihe von Änderungen im neuen Jahr geben, die die Gehälter nach oben deckeln. Siemens greift damit die erst im vergangenen Mai erfolgte Änderung im Kodex für eine ordnungsgemäße und vernünftige Unternehmensführung (Corporate Governance) auf, mit der Auswüchse in Vergütungen begrenzt werden sollen. So zieht Siemens eine absolute Höchstgrenze für die gesamte Vergütung (Grundgehalt plus Boni mit ihren verschiedenen Bestandteilen) ein. Sie darf künftig nicht das 1,7-fache der Zielvereinbarung überschreiten. So werden aktienbasierte Boni begrenzt, wenn der Aktienkurs stark steigen sollte.

          Dass das rechnerische Zielsystem für die Vergütung der Vorstände nicht immer die tatsächlichen Verhältnissen spiegelt, zeigt das Geschäftsjahr 2012/2013. Das hat sich im Ergebnis deutlich schwächer entwickelt. Dennoch sind nach dem System die Ziele mit 107 Prozent übererfüllt worden, was ausschließlich am starken Zuwachs im Mittelzufluss (Free Cash flow) liegt. Doch hat der Aufsichtsrat in der „wertenden Gesamtschau aller Aspekte“ nach seinem Ermessen den Zielerreichungsgrad für die Boni auf 95 Prozent reduziert.

          Für 2014 könnte sich das ändern. Der Konzern wiederholte die auf der Jahrespressekonferenz am 7. November gemachten Prognose, eine operative Umsatzrendite von 9,5 bis 10,5 Prozent erzielen zu wollen. Sie war 2012/2013 von 9,3 auf 7,5 Prozent zurückgegangen. Neu ist der Hinweis, dass 2014 alle vier Sektoren in ihren gesetzten Zielbandbreiten liegen werden. Der Sektor Energie (10 bis 15 Prozent) verfehlte vergangenes Jahr den Zielkorridor mit 9,9 Prozent ebenso wie der Sektor Infrastruktur&Städte (8 bis 12 Prozent) mit nur 3,7 Prozent.

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