https://www.faz.net/-gqe-7m9zh

Preisabsprachen : Melitta soll wegen Kaffeekartells 55 Millionen Euro Strafe zahlen

  • Aktualisiert am

Kaffeebohnen nach der Röstung Bild: ddp

Mehr als vier Jahre nach einem vom Kartellamt verhängten Millionenbußgeld gegen Melitta hat ein Gericht die Strafe bestätigt: Der Kaffeeröster muss wegen verbotener Preisabsprachen zahlen. Doch das Unternehmen lässt nicht locker.

          Weitere Niederlage für Kaffeeröster Melitta: Wegen verbotener Preisabsprachen soll das Mindener Familienunternehmen eine Kartellstrafe von 55 Millionen Euro zahlen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf habe die 2009 von den Wettbewerbshütern verhängte Geldbuße bestätigt, teilte das Bundeskartellamt am Dienstag in Bonn mit. Das Gericht hatte darüber zu entscheiden, ob Melitta trotz zwischenzeitlich erfolgter Umstrukturierungen im Konzern die Buße zahlen müsse, nicht über die Höhe der Strafe selbst.

          Ds Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Melitta hat Beschwerde beim Bundesgerichtshof eingelegt. Das Unternehmen wollte sich zu dem Verfahren nicht äußern.

          Das Kartellamt hatte 2009 Strafen in Höhe von 159,5 Millionen Euro gegen drei Kaffeeröster wegen Preisabsprachen bei der Belieferung des Einzelhandels verhängt - neben Melitta auch gegen Tchibo und Dallmayr. Dallmayr habe die Geldstrafe inzwischen akzeptiert. Tchibo habe seinen Einspruch zurückgezogen. Die Kraft Foods Deutschland GmbH (Jacobs-Kaffee) hatte Selbstanzeige gestellt und war daher ungeschoren davongekommen.

          Im Juni 2010 waren wegen verbotener Preisabsprachen bei der Belieferung von Großverbrauchern gegen acht Kaffeeröster Geldbußen von insgesamt 30 Millionen Euro ausgesprochen worden, darunter auch Melitta, Tchibo und Kraft Foods. 2011 verhängte die Wettbewerbsbehörde Geldbußen von zusammen neun Millionen Euro gegen zwei Hersteller von Instant-Cappuccino, Kraft Foods und Krüger. Diesmal hatte Melitta sich selbst angezeigt und war straflos geblieben.

          Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, begrüßte das Urteil. „Das Gericht hat entschieden, dass sich das Unternehmen nicht durch eine Umstrukturierung der Haftung für den Kartellverstoß entziehen konnte.“ Melitta sei nicht das erste Unternehmen, das Regelungslücken auszunutzen versuche.

          Die Melitta Gruppe erzielte 2012 mit Marken wie Melitta, Toppits, Swirl und Cilia einen Umsatz von knapp 1,35 Milliarden Euro, die Hälfte davon mit Kaffee.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          Brasilien-Star für Bundesliga : Das ist der Bayern-Plan mit Coutinho

          Der Transfer-Coup ist gelungen, Philippe Coutinho ist ein Münchner. Doch wie soll der Brasilianer den Bayern nun am besten auf dem Rasen helfen? Die Vorstellungen der Münchner bei diesem Ein-Mann-Projekt sind klar.
          Unser Sprinter-Autor: Timo Steppat

          F.A.Z.-Sprinter : Eine Ursula-Koalition für Italien?

          In Italiens Regierungskrise entscheidet sich, ob es Neuwahlen gibt, „Fridays for Future“ feiert Geburtstag – und in Brandenburg denkt man über eine Kenia-Koalition nach. Was sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.