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Examen nach fünf Jahren : Der Bundestag verlängert die Regelstudienzeit für Jura

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Viel zu lernen: Das Jurastudium ist oft eine zeitaufwändige Angelegenheit. Bild: Patrick Junker

Bislang hatten angehende Juristen viereinhalb Jahre Zeit, um ihr Examen in der Regelstudienzeit abzulegen. Demnächst soll es ein halbes Jahr obendrauf geben.

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          Angehende Juristen bekommen mehr Zeit für ihr Studium. Der Bundestag beschloss in der Nacht zum Freitag einstimmig, die reguläre Studienzeit einschließlich Prüfungen von viereinhalb auf fünf Jahre zu verlängern.

          Der bislang veranschlagte Zeitraum sei zu knapp bemessen, heißt es zur Begründung im Gesetzentwurf. Durch die Reform der Juristenausbildung im Jahr 2002 sei die tatsächliche Studiendauer von durchschnittlich 9,6 Semestern auf 11,3 Semester angestiegen.

          Wer in anderen Fächern einen Bachelor- und Masterabschluss anstrebt, hat dafür normalerweise fünf Jahre Zeit. Insofern zielt der Beschluss darauf, die Bedingungen im Jurastudium an die der restlichen Studiengänge anzugleichen.

          Auswirkungen auf das Bafög

          Die Festlegung der Studiendauer hat auch deshalb unmittelbare Auswirkungen auf die Studierenden, weil die staatliche Förderung per Bafög im Normalfall nur während der Regelstudienzeit gewährt wird.

          Für angehende Juristen gilt außerdem in der Regel, dass das Einhalten der Regelstudienzeit damit verbunden ist, die Möglichkeit für einen zusätzlichen Examensversuch, den so genannten „Freischuss“ zu erhalten. So erhöht sich nicht nur die Zahl der überhaupt möglichen Prüfungsversuche. Der „Freischuss“ ermöglicht auch, das Examen ein zweites Mal abzulegen und so möglicherweise die Abschlussnote zu verbessern.

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