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Zu hohes Einkommen : Mütterrente bei knapp 144.000 Frauen gekürzt oder gestrichen

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„Die Mütterrente geht an der Lebenswirklichkeit im Osten völlig vorbei“, sagte der Bundestagsabgeordnete Matthias Höhn dem RND. Bild: dpa

144.000 Frauen, die 2017 in Rente gegangen sind, haben eine gekürzte oder sogar gar keine Mütterrente erhalten – zwei Drittel von ihnen stammen aus dem Osten.

          Weil ihr Einkommen als Arbeitnehmerinnen zu hoch war, stand 144.000 Neurentnerinnen 2017 die Mütterrente nur anteilsweise oder gar nicht zu. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Frage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Begründet wird dies mit einer Regelung im Sozialgesetzbuch, nach der Rentenpunkte für Kindererziehungszeiten dann gekürzt werden, wenn das beitragspflichtige Einkommen der Erziehungsperson die Grenze der gesetzlichen Rentenversicherung überschreitet. Diese hatte 2017 bei 6350 Euro (West) beziehungsweise 5700 Euro (Ost) gelegen.

          Knapp zwei Drittel der Betroffenen wohnen in Ostdeutschland, ein Drittel in Westdeutschland. Die Linken-Bundestagsfraktion kritisiert die Kürzungspraxis scharf. „Die Mütterrente begünstigt das westdeutsche Ideal der Hausfrau und Mutter, während berufstätige Mütter leer ausgehen. Schon heute geht die Mütterrente an der Lebenswirklichkeit im Osten völlig vorbei“, sagte der Bundestagsabgeordnete Matthias Höhn dem RND. „Bei zwei Dritteln der DDR-Mütter, die 2017 in Rente gegangen sind, wird die Mütterrente gekürzt. Selbstverständlich sind Mütter mit kleinen Kindern in der DDR arbeiten gegangen und haben ihr eigenes Geld verdient.“

          Das Rentenpaket der Großen Koalition verschärfe die Ungerechtigkeit und sei ein weiteres Beispiel für die „typisch westdeutsche Ignoranz gegenüber dem Leben im Osten“ so Höhn.

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